Friedrich Merz hatte einen schnellen Wirtschaftsaufschwung versprochen. Jetzt kommt die Quittung: Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Wachstumsprognose für Deutschland 2026 von 1,3 auf gerade noch 0,6 Prozent halbiert – wie t-online berichtet.
Der Grund: Der US-israelische Krieg gegen den Iran treibt die Energiepreise in die Höhe und verteuert Lieferketten. Das schlägt direkt auf die deutsche Wirtschaft durch. Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser bringt es auf den Punkt: Der Energiepreisschock treffe die Erholung hart, auch wenn die expansive Fiskalpolitik ein stärkeres Abrutschen verhindere. Für 2027 erwarten die Institute 0,9 Prozent Wachstum – zuvor waren es 1,4 Prozent.
Dazu kommt die Inflation. Die Verbraucherpreise sollen 2026 auf durchschnittlich 2,8 Prozent steigen, 2027 auf 2,9 Prozent. Vor einem halben Jahr lagen die Prognosen noch bei 2,0 und 2,3 Prozent. Gestiegene Energiepreise verteuern Düngemittel, Nahrungsmittel, Transport – der gesamte Warenkorb des Alltags wird teurer, der private Konsum entsprechend gedämpft. Im März lag die Inflationsrate laut Statistischem Bundesamt bereits bei 2,7 Prozent – der höchste Stand seit über zwei Jahren.
Merz wollte den Aufschwung auf zwei Wegen erzwingen: über den schuldenfinanzierten 500-Milliarden-Euro-Sondertopf für Infrastruktur und über Strukturreformen. Ersterer wird Experten zufolge zu erheblichen Teilen zweckentfremdet – für Haushaltslöcher und ohnehin geplante Projekte. Letztere lassen auf sich warten, stattdessen wurden zunächst Expertenkommissionen eingesetzt. Inzwischen haben sich auch die US-Zölle als zusätzliche Belastung dazugesellt. Die versprochenen Wachstumsraten von deutlich über einem Prozent sind damit für die Bundesregierung in weite Ferne gerückt – falls sie überhaupt je erreichbar waren.
Das konnte doch niemand ahnen…



Schreibe einen Kommentar