Neue UFO-Akten: FBI-Agenten sollen rätselhafte Leuchtkugeln selbst gesehen haben

Symbolbild einer roten leuchtenden Kugel über einem abgelegenen Teich in der Dämmerung
Symbolbild: Rätselhafte Leuchtkugel über einem Teich.

Das US-Kriegsministerium hat am 12. Juni die dritte Tranche seines PURSUE-Archivs zu ungeklärten Luftraumphänomenen veröffentlicht. Die Sammlung umfasst nach Angaben der Behörde 826 Megabyte Dokumente und 4,6 Gigabyte Videomaterial. Darunter befinden sich neue Aufnahmen leuchtender Kugeln, historische Geheimdienstberichte und Aussagen von Zeugen, die das FBI als glaubwürdig einstuft.

Der auffälligste Fall trägt den Titel „Orbs over the Pond“. Ein Zeuge filmte im Oktober 2024 über einem abgelegenen Teich eine plasmaartig wirkende Lichtkugel. Sie soll etwa 45 Minuten sichtbar gewesen sein, ihre Form und Helligkeit verändert und zeitweise kleinere Lichter abgesondert haben. Die Aufnahme entstand mit einem iPhone. Laut Regierungsangaben wurde das Material geprüft und abgesehen von Kürzungen zum Schutz persönlicher Angaben nicht verändert.

In einem weiteren Fall berichteten zwei Zeugen im Juli 2025 von zwei roten Kugeln mit einem grellweißen, sonnenähnlichen Zentrum. Die Objekte hätten sich lautlos und gleichmäßig bewegt und schließlich den Eindruck erweckt, miteinander zu verschmelzen. Das FBI bezeichnet auch diese Zeugen als glaubwürdig. In derselben Region sollen seit 2021 wiederholt ähnliche Erscheinungen beobachtet worden sein.

Genau dieser wiederkehrende Standort macht die Veröffentlichung brisant. Nach einem Bericht der New York Post besuchten FBI-Beamte das geheim gehaltene Gelände und beobachteten dort selbst Leuchterscheinungen. Ein Informant habe zudem Messgeräte installiert und von Ausschlägen der Gammastrahlung sowie Störungen elektronischer Geräte und des GPS-Empfangs berichtet. Die vollständigen Rohdaten dieser Messungen sind bislang jedoch nicht öffentlich.

Ein anderer Bericht beschreibt orangefarbene „Mutterkugeln“ nahe Colorado Springs, aus denen Gruppen kleinerer roter Objekte hervorgegangen sein sollen. Die zuständige Pentagon-Stelle AARO hält den Vorgang für ungewöhnlich genug, um ihn weiter zu untersuchen. Gleichzeitig fehlen ausgerechnet bei diesem Fall Fotos, Videos und verwertbare technische Messdaten. Militärische Leuchtkörper wurden als mögliche Erklärung geprüft, mehrere gewöhnliche Ursachen konnten nach der vorliegenden Bewertung aber nicht überzeugend zugeordnet werden.

Die Tranche enthält außerdem einen bislang unveröffentlichten Bericht über eine Beobachtung am Flughafen von Harare im Jahr 2008, eine Untersuchung der US-Armee von 1949 sowie Korrespondenz des damaligen FBI-Chefs J. Edgar Hoover. Daneben findet sich eine Analyse einer Erscheinung über Colorado Springs aus dem Jahr 2022. Als mögliche natürliche Erklärung nennt sie von Schnee und Wolken zurückgeworfenes Sonnenlicht, allerdings nur mit geringer Sicherheit.

In der UFO-Szene richtet sich die Aufmerksamkeit vor allem auf die Aufnahmen der „Plasma-Sonne“ und auf den angeblich wiederholt betroffenen Beobachtungsort. NewsNation hebt hervor, dass die Zeugen vom FBI als sehr glaubwürdig bewertet wurden. Kanäle wie UAP Archives, All Things Unexplained und Fermi Files sprechen von einer wichtigen Veröffentlichung. Andere Kommentatoren warnen vor vorschnellen Schlüssen: Auch ein authentifiziertes Video beweist lediglich, dass die Aufnahme nicht manipuliert wurde. Es beweist weder die Größe und Entfernung des Objekts noch dessen Herkunft.

Auch größere UFO-Journalisten wie Ross Coulthart, Jeremy Corbell oder John Greenewald hatten unmittelbar nach der Freigabe noch keine ausführliche Analyse vorgelegt. Wired und Axios betonen dagegen bereits, dass die Akten keinerlei belastbaren Nachweis für außerirdisches Leben liefern. Diese Zurückhaltung ist berechtigt. Zugleich lässt sich die Veröffentlichung nicht einfach als Sammlung unscharfer Punkte abtun: Behörden dokumentieren inzwischen systematisch Fälle, bestätigen die Echtheit von Aufnahmen und räumen offen ein, für manche Beobachtungen keine schlüssige Erklärung zu besitzen.

Der entscheidende nächste Schritt wären unkomprimierte Originalvideos, vollständige Metadaten, Strahlungs- und GPS-Protokolle sowie ein unabhängiger Zugang zum wiederkehrenden Beobachtungsort. Solange diese Daten fehlen, bleibt Release 03 kein Beweis für Besucher aus dem All. Es ist aber ein weiteres Eingeständnis, dass sich im amerikanischen Luftraum Vorgänge ereignen, die selbst die zuständigen Behörden bislang nicht überzeugend erklären können.

Quellen: PURSUE Release 03 · New York Post: wiederkehrender Beobachtungsort · New York Post: „Mutterkugeln“ · NewsNation · Axios · Wired

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