Musk macht Werbung für „universelles Grundeinkommen“ – kann das funktionieren?

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Elon Musk nutzt seine Reichweite um das Thema „bedingungsloses Grundeinkommen“ erneut zu pushen. Seine Begründung, die Entwicklung von KI mache die Einführung notwendig, klingt wie ein Aufguß aus der Zeitgeist-Bewegung.

In einem auf X verbreiteten Post des Accounts DogeDesigner heißt es: Universelles HOHES EINKOMMEN durch Schecks, die von der Bundesregierung ausgestellt werden, sei der beste Weg, um durch KI verursachte Arbeitslosigkeit zu bewältigen. KI und Robotik würden Waren und Dienstleistungen produzieren, die weit über dem Anstieg der Geldmenge lägen — daher werde es keine Inflation geben, sondern Deflation. Musk selbst ergänzte: „Wir werden ein universelles Grundeinkommen haben. Wir geben den Menschen im Grunde nur Geld aus, und allein weil die Ausgaben der Geschäftsdienste die Geldmenge bei Weitem übersteigen werden, wird es effektiv eine Deflation geben.“

Ein Universelles EINKOMMEN durch Schecks, die von der Bundesregierung ausgestellt werden, ist der beste Weg, um Arbeitslosigkeit zu bewältigen, die durch KI verursacht wird. KI/Robotik wird Waren & Dienstleistungen produzieren, die bei Weitem über dem Anstieg der Geldmenge liegen, daher wird es keine Inflation geben.

„Wir werden ein universelles Grundeinkommen haben. Wir geben den Menschen im Grunde nur Geld aus, und allein weil die Ausgaben der Geschäftsdienste die Geldmenge bei Weitem übersteigen werden, wird es effektiv eine Deflation geben, denn Deflation ist lediglich das Verhältnis der Ausgaben für Waren und Dienstleistungen zur Geldmenge. Falls die Wachstumsrate von Waren und Dienstleistungen die Wachstumsrate der Geldmenge übersteigt, was ich voraussehe, dann wird es eine Deflation geben.“

Was ist das bedingungslose Grundeinkommen?

Die Idee ist simpel: Jeder Bürger erhält vom Staat einen festen monatlichen Betrag — ohne Bedürftigkeitsprüfung, ohne Gegenleistung, bedingungslos. In der Theorie würde das bestehende Geflecht aus Sozialleistungen, Anträgen und Behördengängen ersetzt durch eine einzige, automatische Zahlung. Befürworter sehen darin einen Befreiungsschlag gegen Bürokratie und Armut, Kritiker fragen: Wer soll das bezahlen — und wer hört dann noch auf zu arbeiten?

Die Zeitgeist-Bewegung: Schlaraffenland per Computer

Musks Argumentation bedient sich einer Gedankenwelt, die im alternativen Milieu schon seit den späten 2000er Jahren kursiert. Die Zeitgeist-Bewegung entstand 2008 als Reaktion auf den Film „Zeitgeist: Addendum“ des US-amerikanischen Filmemachers Peter Joseph und propagierte eine radikale Umgestaltung der Gesellschaft: weg vom Geldsystem, hin zu einer technologisch verwalteten Ressourcenwirtschaft. Ziel der Bewegung war das Erreichen eines zukünftigen, utopischen, durch Computer realisierten Schlaraffenlandes, in dem die Bevölkerung kostenfrei versorgt wird — die Computer dabei programmiert und gesteuert von einer Art Elite. Klingt vertraut. Musk ersetzt lediglich Jacque Frescos „Venus-Projekt“ durch seine eigenen KI-Konzerne.

Götz Werner hatte das schon vor 20 Jahren

In Deutschland ist das Grundeinkommen vor allem mit einem Namen verbunden: Götz Werner, dem 2022 verstorbenen Gründer der Drogeriekette dm. Werner trat seit Mitte der 2000er Jahre als einer der ersten prominenten Personen im deutschen Sprachraum für ein bedingungsloses Grundeinkommen ein und gründete dafür die Initiative „Unternimm die Zukunft“. Sein Modell war dabei kein linkes Umverteilungsprojekt, sondern ein marktliberaler Umbau des Steuersystems: Die Finanzierung des Grundeinkommens sollte auf der schrittweisen Abschaffung der Einkommensteuer und der gleichzeitigen Erhöhung der Mehrwertsteuer als „Konsumsteuer“ auf bis zu 100 Prozent beruhen.

Werner schlug eine schrittweise Einführung vor — zunächst 200 bis 400 Euro, innerhalb von 15 bis 20 Jahren ansteigend auf 1.300 bis 1.500 Euro monatlich für jeden deutschen Staatsbürger ohne weitere Bedingungen. Da Einkommen- und Unternehmensteuern komplett wegfielen, wären Personalkosten günstiger, und es bestünde ein geringerer Anreiz, menschliche Arbeitskraft durch Maschinen zu ersetzen — auch deshalb, weil Maschinen besteuert werden müssten.

Kritiker allerdings sagten, das Modell begünstige Gutverdiener, Reiche und Unternehmen — also Menschen wie Götz Werner und seine Firma dm. Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen, die viel ihres Einkommens für Konsum ausgeben müssen, hätten dabei Nachteile.

Experimente in Europa: teuer, kleinteilig, folgenlos

Mehrere europäische Länder haben versucht, das Konzept in der Praxis zu erproben — mit überschaubaren Ergebnissen.

In Finnland erhielten zwischen 2017 und 2018 rund 2.000 arbeitslose Bürger zwei Jahre lang monatlich 560 Euro, ohne Bedingungen. Schnell setzte sich ein Tenor in der öffentlichen Debatte fest: Das Experiment habe sich nicht gelohnt, da sich kaum Effekte gezeigt haben. Zwar berichteten Teilnehmer über mehr subjektives Wohlbefinden, doch belastbare Aussagen zur Wirkung auf die gesamte Bevölkerung ließen sich daraus nicht ableiten.

In Deutschland lief von 2020 bis 2023 das sogenannte „Pilotprojekt Grundeinkommen“, gemeinsam vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und dem Verein „Mein Grundeinkommen“ organisiert. 122 Menschen bekamen drei Jahre lang 1.200 Euro pro Monat — sie füllten Fragebögen aus, so wie die 1.580 Menschen aus der Vergleichsgruppe, die kein Geld erhielten. Das Ergebnis: Die Geförderten arbeiteten gleich viel wie zuvor, fühlten sich aber besser. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) zog daraus eine ernüchternde Bilanz: Die Studie sei zu klein, zu selektiv und wenig aussagekräftig. Forscher fanden kaum positive Effekte — im Vergleich zur Kontrollgruppe haben die Einkommensbezieher weniger gearbeitet, sich höher verschuldet und waren häufiger arbeitslos. Auch auf die Gesundheit hatte das zusätzliche Geld keinen Einfluss.

Musks Rechnung ohne den Wirt

Was Musk da skizziert, klingt elegant: KI produziert Überfluss, der Staat verteilt Schecks, Deflation verhindert Inflation. Alles problemlos. Was dabei fehlt: Wer kontrolliert die KI, die diesen Überfluss produziert? Wer besitzt sie? Musk selbst betreibt mit xAI einen der größten KI-Konzerne der Welt. Wenn künstliche Intelligenz die Arbeit übernimmt und der Staat dafür Grundeinkommen ausschüttet — dann ist die entscheidende Frage nicht, ob es Deflation gibt, sondern wem die Maschinen gehören, die das alles erwirtschaften. Die Antwort dürfte in diesem Fall wenig überraschen.


Quellen: Wikipedia: Götz Werner | Wikipedia: Zeitgeist-Bewegung | IW Köln: Pilotprojekt Grundeinkommen | DIW Berlin | Mein Grundeinkommen: Finnland

Quelle des Wissens quelle-des-wissens.de
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Kommentare

2 Kommentare

  1. Dr.Faustus hat beschlossen und verkündet 👈

    Ja,ja Elon seine KI, Roboter war nie meins und wird es wohl auch nie.Ich mag Elon irgendwie,aber bei manchen Sachen denkt man eben anders …. Kreuz und Quer Denker👈 Ich wäre natürlich für Steuern sind Raub und vieles würde dadurch besser sein.

  2. Hans-Dieter Brune

    Wenn dem Menschen ohne Mühsal von anderen Menschen seine Existenz gesichert wird, dann kommen destruktive Schmarotzergruppen wie die Antifa, NGO’s, linksgrüne Parteien raus, die total auf Ausbeutung der Fleißigen stehen zu ihren Gunsten, den Stinkfaulen. Dann kommt Umverteilung von fleißig nach stinkfaul heraus. Dann kommt genau das heraus, was Elon Musk zur Zeit bekämpft.