Der Niedergang im Kerngeschäft von Mercedes setzt sich fort. Im zweiten Quartal brach der Gewinn der Pkw-Sparte um 26 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein. Die bereinigte Umsatzrendite fiel von 5,1 auf nur noch 4,0 Prozent. Für einen Hersteller, der mit hochpreisigen Premiumfahrzeugen sein Geld verdient, ist das ein Warnsignal.
Mercedes verkaufte von April bis Juni 417.865 Pkw und damit knapp sieben Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Besonders hart traf es den wichtigsten Auslandsmarkt: In China sackte der Absatz um 30 Prozent ab. Zuwächse von vier Prozent in Europa und zehn Prozent in den USA konnten diesen Einbruch nicht auffangen.
Auf Konzernebene sieht die Bilanz freundlicher aus. Der operative Gewinn stieg dank Financial Services, Transportern und eines Sondereffekts um gut ein Fünftel auf 1,55 Milliarden Euro. Unter dem Strich standen 1,09 Milliarden Euro und damit 13,5 Prozent mehr. Das ändert jedoch nichts an der Schwäche des eigentlichen Autogeschäfts. Der Konzernumsatz sank um 3,3 Prozent auf 32,1 Milliarden Euro.
Mercedes senkte zudem seine Umsatzprognose für 2026. Statt Erlösen auf Vorjahresniveau erwartet der Konzern nun einen leichten Rückgang. Hinzu kommt eine Wertminderung von 704 Millionen Euro auf chinesische Gemeinschaftsunternehmen. Vorstandschef Ola Källenius kündigte weitere Kostensenkungen und Produktivitätssteigerungen an.
Der Stuttgarter Konzern ist kein Einzelfall. Volkswagen meldete für das erste Halbjahr einen Rückgang des Gewinns nach Steuern um rund 30 Prozent und lieferte 6,3 Prozent weniger Fahrzeuge aus. BMW senkte im Juni seine Jahresprognose und erwartet nun einen deutlichen Rückgang des Vorsteuergewinns. Bei allen drei Konzernen drücken das schwache China-Geschäft, der wachsende technologische Wettbewerb und hohe Kosten auf Absatz und Marge.
Ein Lichtblick bei Mercedes ist der Elektroautoabsatz: Im zweiten Quartal wurden 52.852 reine Stromer verkauft, 51 Prozent mehr als vor einem Jahr. Doch auch dieses Plus kann die Größenordnung des Rückgangs bei den Verbrennern und in China nicht ausgleichen. Deutschlands Autobauer verdienen weniger an ihrem Kerngeschäft, verkaufen in ihrem einstigen Wachstumsmarkt deutlich weniger Fahrzeuge und reagieren erneut mit Sparprogrammen. Der Weg führt weiter bergab.
Quellen: Mercedes-Benz Group, Tagesschau, VW-Halbjahresbilanz und BMW-Gewinnwarnung.







