Der Anwalt von Lindsay Clancy fordert Präsident Donald Trump auf, die Frau zu begnadigen, die ihre drei kleinen Kinder getötet hat. Wie LifeNews berichtet, richtete Verteidiger Kevin Reddington den Appell in der ABC-Sendung „Good Morning America“ direkt an Trump.
Reddington bat den Präsidenten, Clancy, ihren Charakter und das von ihr Erlebte zu berücksichtigen. Der Auftritt hat allerdings einen entscheidenden Haken: Ein US-Präsident kann nur bei Straftaten nach Bundesrecht begnadigen. Clancy wird im Bundesstaat Massachusetts wegen dreifachen Mordes angeklagt. Trump ist für eine Begnadigung gar nicht zuständig.
Clancy bestreitet nicht, ihre Kinder getötet zu haben. Am 24. Januar 2023 erwürgte sie die fünfjährige Cora, den dreijährigen Dawson und den acht Monate alten Callan mit Trainingsbändern im Keller ihres Hauses in Duxbury. Zuvor hatte sie ihren damaligen Ehemann losgeschickt, Essen und Medikamente zu holen. Callan starb drei Tage später.
Die Verteidigung beruft sich auf eine postpartale Psychose und verschriebene Medikamente. Die Staatsanwaltschaft hält die Tat dagegen für geplant und verweist darauf, dass Clancy an diesem Tag noch gewöhnliche Aufgaben erledigte. Der Prozess endete am 4. September ohne Urteil, weil sich die Geschworenen nicht einigen konnten. Clancy bleibt wegen dreifachen Mordes ersten Grades angeklagt. Die Staatsanwaltschaft entscheidet nun über einen neuen Prozess.
Vor dem Gerichtsgebäude traten Unterstützerinnen in Pink für Clancy auf. Ihr Anwalt nennt sie eine „wunderbare Person“ und berichtet von drei Kisten voller Unterstützerbriefe. F-NEWS berichtete bereits über die Demonstration von rund 300 Frauen für Clancy. Die drei getöteten Kinder gerieten dabei fast vollständig aus dem Blick.
Inzwischen steht sogar eine Clancy-Unterstützerin unter Mordanklage. Corie Walsh soll ihren kleinen Sohn getötet haben und sich zuvor intensiv mit dem Clancy-Prozess beschäftigt haben. F-NEWS fragte deshalb bereits, ob sich um Clancy ein Todeskult entwickelt.
Der öffentliche Appell an Trump treibt diese Verklärung weiter. Nicht Cora, Dawson und Callan stehen im Mittelpunkt, sondern erneut die Frau, die ihnen das Leben nahm. Psychische Krankheit kann für die juristische Schuldfrage bedeutsam sein. Sie macht aus einer Kindertötung jedoch keine Heldengeschichte und aus drei toten Kindern keine Randnotiz.








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