Leipziger Bombendrohne: Regierung will Russland verantwortlich machen

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Die Bundesregierung will den Fund einer mutmaßlich mit Sprengstoff bestückten Drohne am Flughafen Leipzig/Halle offenbar Russland zuschreiben. Wie BILD berichtet, soll die Spur nach Erkenntnissen der Ermittler zu einem russischen Geheimdienst führen. Neue Angaben will die Regierung dem Bericht zufolge am Dienstag vorstellen. Öffentlich einsehbare Belege nennt BILD nicht.

In der Nacht zum 5. August war am Flughafen Leipzig/Halle eine Drohne nahe ukrainischer Antonow-Frachtflugzeuge entdeckt worden. BILD zufolge soll sie rund 600 Gramm Sprengstoff getragen haben und dazu bestimmt gewesen sein, ein ukrainisches Militärfrachtflugzeug zu treffen. Der Zünder habe nicht funktioniert.

Der Bericht nennt noch einen weiteren Vorfall: Eine zweite Drohne könnte mit einem DHL-Frachtflugzeug zusammengestoßen sein. Zehn Tage später sei in Kabelsketal erneut eine Drohne gefunden worden, bei der ebenfalls ein Sprengsatz vermutet worden sei. Ermittler prüften zudem eine technische Anlage nahe Kursdorf, über die eine Steuerung möglich gewesen sein könnte.

Bislang hatte die Bundesregierung keine direkte Zuordnung öffentlich vorgenommen. Kanzler Friedrich Merz hatte nach BILD-Angaben lediglich erklärt, die Ermittlungen stünden kurz vor dem Abschluss. Jetzt soll aus dem Verdacht eine politische Festlegung werden.

Als mögliche Reaktion stehen laut BILD diplomatische Schritte gegen Russland im Raum, darunter die Einbestellung des Botschafters oder Ausweisungen. Auch neue EU-Sanktionen werden genannt. Eine solche Eskalation kann nicht auf Andeutungen und geheimen Erkenntnissen beruhen. Wenn die Regierung Moskau öffentlich verantwortlich macht, muss sie nachvollziehbar darlegen, worauf diese Behauptung gestützt wird.

Wie ausweichend die Bundesregierung bereits auf Fragen zu ukrainischen Drohnen im europäischen Luftraum reagierte, zeigte F-NEWS bei der Antwort auf eine Bundestagsanfrage. Auch bei Überwachungssoftware verweigert die Regierung zentrale Auskünfte, wie F-NEWS zur Nutzung von Palantir durch Geheimdienste berichtete. Gerade deshalb reicht es nicht, der Öffentlichkeit eine Zuschreibung ohne überprüfbare Grundlage vorzusetzen.

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