Kiew. Laura Loomer sitzt plötzlich Wolodymyr Selenskyj im Marienpalast gegenüber. Auf X kündigt die langjährige Trump-Unterstützerin ein Interview ohne Tabus an. Ausgerechnet Loomer: Jahrelang wetterte sie gegen die Ukraine, lehnte US-Hilfen ab und griff Selenskyj scharf an. Nun posiert sie mit ukrainischer Flagge in Kiew. Eine 180-Grad-Wende mit Ansage.
Loomer bezeichnete die Ukraine zuvor als Land voller „Nazi-Apologeten“ und verbreitete russische Narrative. Der Krieg, so ihre damalige Linie, gehe die USA nichts an. Nach ihrer Reise nach Kiew klingt sie wie ausgewechselt. Schon nach dem ersten Luftalarm räumte sie ein, ihre frühere Gleichgültigkeit sei „nicht sehr nett“ gewesen. Später forderte sie „moralische Klarheit“ und machte russische Medien für ihre verzerrte Sicht mitverantwortlich.
Die Associated Press spricht von einer dramatischen Kehrtwende. Dabei bricht Loomer keineswegs mit Trump. Ihre Wende betrifft die Ukraine. Trump reagierte auf einen Ausschnitt aus dem Selenskyj-Interview sogar mit „Very good!!!“ – öffentlicher Beifall für den neuen Kurs seiner Verbündeten.
Damit fällt eine der lautesten Gegnerinnen Kiews im MAGA-Lager plötzlich als Kronzeugin gegen ihre eigenen früheren Aussagen aus. Wer gestern noch russische Erzählungen nachsprach und heute Selenskyj interviewt, hat nicht bloß eine Nuance korrigiert. Loomer dreht ihre Ukraine-Position komplett auf links.
Ob dahinter Überzeugung oder Kalkül steckt, muss das vollständige Interview zeigen. Sicher ist: Loomers Reise nach Kiew ist mehr als ein Fototermin. Sie ist eine öffentlich inszenierte Abrechnung mit der eigenen Vergangenheit – und ein bemerkenswertes Signal an Trumps politische Basis.



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