Impfwerbung im Klassenzimmer? Immunologe erhebt schwere Vorwürfe gegen HPV-Projekt

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Ein Impfprojekt an Heidelberger Schulen sorgt für schwere Vorwürfe. Der Immunologe Dr. Kai Klapproth sagt im Gespräch mit stattzeitung.net, Kinder seien im regulären Unterricht gezielt zur HPV-Impfung beeinflusst worden. Er spricht von „Nudging“ und hält die Durchführung als Interventionsstudie ohne echte Freiwilligkeit für einen Grundrechtseingriff.

Im Mittelpunkt steht ein Projekt des Gesundheitsamts Rhein-Neckar-Kreis mit dem Verein „Impf Dich“, der Universitätsklinik Heidelberg, dem Deutschen Krebsforschungszentrum und der Stadt. Nach Informationen der Initiative für Demokratie und Aufklärung lief es von Januar bis Juli 2025 an Schulen in Heidelberg und der Rhein-Neckar-Region. Siebtklässler erhielten Unterricht über Impfungen und Infektionskrankheiten, füllten Fragebögen aus und ließen ihre Impfpässe kontrollieren. Das erklärte Ziel war, die HPV-Impfquote zu erhöhen.

Genau dieser Zweck macht aus einer bloßen Informationsveranstaltung eine gezielte Einflussnahme, kritisiert Klapproth. Laut dem von IDA ausgewerteten Studienprotokoll handelte es sich um eine „prospektive, interventionelle, kontrollierte Studie“. Der eigentliche Eingriff sei ein 60- bis 90-minütiger interaktiver Vortrag im Schulunterricht gewesen, der Einstellungen und Impfverhalten verändern sollte. Die Schüler sollten auch erfahren, wo sie sich impfen lassen können.

Die Kritik richtet sich vor allem gegen die Frage der Einwilligung. Nach Darstellung von IDA bezogen sich Informationsschreiben und Unterschriften auf Fragebögen und die Auswertung von Daten, nicht aber klar auf den Unterricht als Intervention. Eine echte Ausweichmöglichkeit habe es während der in den regulären Schulalltag eingebauten Stunden nicht gegeben. Das Regierungspräsidium Karlsruhe habe demnach nur eine wissenschaftliche Erhebung genehmigt und angegeben, diese solle nach Möglichkeit außerhalb der Unterrichtszeit stattfinden.

Der Verein „Impf Dich“ soll Unterrichtsmaterial und Fragebögen gestaltet und den Unterricht vorzugsweise selbst durchgeführt haben. IDA kritisiert zudem, dass die Materialien trotz Informationsanfragen nicht offengelegt würden. Die Verantwortlichen verweisen dem Bericht zufolge auf Urheberrecht. Wenn Kinder in einer Pflichtinstitution mit Material bearbeitet werden, das Eltern und Öffentlichkeit nicht einsehen können, ist das keine transparente Aufklärung, sondern ein Schutzschirm für Einflussnahme.

F-NEWS hatte bereits über die Milliardenumsätze und offenen Fragen zur HPV-Impfung berichtet. Auch die neue U10-Untersuchung zeigt, wie weit der Zugriff auf Kinder und Familien über das Schlagwort Vorsorge ausgedehnt wird. Schule ist kein Rekrutierungsraum für Impfquoten. Aufklärung braucht Transparenz, echte Freiwilligkeit und die Entscheidung der Eltern.

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