PFAS aus Windrädern: „Das verschwiegene Umweltproblem“

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Verwitterte Rotorblattkante vor einem Windpark
Symbolbild: Verwitterte Rotorblattkante einer Windkraftanlage.

Der freiheitliche EU-Abgeordnete Gerald Hauser thematisiert mögliche Umweltbelastungen durch PFAS aus Windkraftanlagen. In einer Anfrage verlangt er von der EU-Kommission Auskunft über geplante Verbote, Grenzwerte und Maßnahmen gegen den Eintrag dieser Stoffe in die Umwelt.

In einer Presseaussendung der FPÖ im Europäischen Parlament bezeichnet Hauser PFAS aus Windrädern als „das verschwiegene Umweltproblem“. PFAS steht für Per- und Polyfluoralkylsubstanzen und umfasst eine Gruppe von mehr als 10.000 Chemikalien. Die Stoffe sind wasser-, fett- und hitzebeständig und werden in zahlreichen Produkten eingesetzt.

Hauser verweist darauf, dass PFAS in der Umwelt kaum abgebaut werden. Die Stoffe könnten sich daher im Laufe der Zeit in Böden, Gewässern, Pflanzen, Tieren und Menschen anreichern. Nach Angaben des Abgeordneten werden PFAS unter anderem mit hormonellen Wirkungen, Beeinträchtigungen des Immunsystems und der Fortpflanzung sowie einem erhöhten Krebsrisiko in Verbindung gebracht.

Im Zusammenhang mit Windkraftanlagen nennt Hauser mehrere mögliche Quellen. PFAS könnten sich unter anderem in den Beschichtungen der Rotorblätter befinden, die Verschleiß und Abrieb ausgesetzt seien. Weitere Einsatzbereiche seien Getriebe, Lagersysteme, Schmierstoffe, Hydraulikflüssigkeiten und Kabelisolierungen.

Nach Auffassung Hausers können dadurch verschiedene Chemikalien aus Windkraftanlagen in die Luft sowie in Böden und Gewässer gelangen. Über das Grundwasser könnten die Stoffe schließlich auch Trinkwasser und Nahrungsketten erreichen. Der EU-Abgeordnete fordert deshalb eine stärkere Prüfung der von Windkraftanlagen ausgehenden Belastungen.

Hauser verweist außerdem auf Dänemark und Schweden. Beide Länder hätten für bestimmte PFAS strengere Grenzwerte eingeführt als die Europäische Union. Nach seinen Angaben liegen die dortigen Grenzwerte um das 25- beziehungsweise 50-Fache niedriger. In der EU werde seit längerer Zeit über ein umfassendes PFAS-Verbot beraten, bislang sei ein solches Verbot jedoch nicht beschlossen worden.

Als aktuelles Beispiel führt Hauser Mannswörth in Niederösterreich an. Dort seien im Grund- und Trinkwasser erhöhte PFAS-Konzentrationen festgestellt worden. In der Region befinden sich unter anderem eine Raffinerie der OMV, petrochemische Anlagen, eine Müllverbrennungsanlage, der Flughafen Schwechat und mehrere Windparks.

Woher die in Mannswörth nachgewiesenen PFAS stammen, ist nach der Aussendung bislang nicht geklärt. Hauser erklärt, dass Windparks aus seiner Sicht als zusätzliche mögliche Belastungsquelle berücksichtigt werden müssten.

In seiner Anfrage will der EU-Abgeordnete von der Kommission wissen, welche Schritte sie für ein Verbot von PFAS plant. Außerdem fragt er nach Maßnahmen gegen mögliche PFAS-Belastungen durch Windkraftanlagen und nach der Bewertung der derzeit geltenden EU-Grenzwerte.

Hauser bezieht sich dabei auf Einschätzungen von Umweltfachleuten und Ärzten, die die europäischen Grenzwerte für zu hoch und gesundheitlich bedenklich hielten. Die Stellungnahme der EU-Kommission zu seinen Fragen steht noch aus.

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