Sorge um Gesundheitsversorgung wächst: Die Deutschen verlieren das Vertrauen in die Politik

·

·

Symbolbild: Lücken in einem Apothekenregal
Symbolbild: Lücken in einem Apothekenregal

Das Vertrauen in die Gesundheitspolitik bröckelt weiter. Nach einer über Presseportal verbreiteten Mitteilung von Pharma Deutschland gaben in einer Civey-Umfrage 72,7 Prozent der Befragten an, kein oder nur wenig Vertrauen in die aktuellen politischen Maßnahmen zur Arzneimittelversorgung zu haben.

Knapp 40 Prozent befürchten demnach, dass die verlässliche Bereitstellung von Medikamenten aktuell nicht sichergestellt ist. Fast jeder zweite Befragte, 47,1 Prozent, gab an, im letzten halben Jahr nicht die gewünschten Medikamente in der Apotheke erhalten zu haben. Das ist kein Stimmungsdetail, sondern ein massives Warnsignal.

Deutschland hat sich lange eingeredet, sein Gesundheitssystem sei robust, teuer zwar, aber zuverlässig. Die Erfahrung vieler Patienten sieht inzwischen anders aus: lange Wartezeiten, geschlossene Praxen, fehlende Facharzttermine, Arzneimittelengpässe und ein Apparat, der immer mehr verwaltet und immer weniger garantiert.

Auch die medizinische Versorgung selbst wird laut Umfrage kritisch gesehen. 42,6 Prozent nennen die hausärztliche Versorgung als drängendes Problem im persönlichen Umfeld. Die psychische Gesundheitsversorgung bewerten 35,7 Prozent als kritisch, die fachärztliche Versorgung 33,8 Prozent und die Krankenhausversorgung 29,5 Prozent.

Pharma Deutschland warnt, dass das geplante GKV-Spargesetz den Druck auf die Versorgung weiter erhöhen könnte. Natürlich ist der Verband Interessenvertreter der Branche. Trotzdem lassen sich die Zahlen nicht einfach wegwischen. Wenn Patienten ihre Medikamente nicht bekommen und Bürger der Politik nicht mehr zutrauen, Versorgung zu sichern, hat das System ein Glaubwürdigkeitsproblem.

Die Politik reagiert auf steigende Kosten häufig mit Spargesetzen, Deckeln, Rabatten und neuen Steuerungsmodellen. Für den Patienten zählt am Ende aber nicht die schöne Grafik aus dem Ministerium, sondern ob das benötigte Medikament in der Apotheke liegt und ob ein Arzt erreichbar ist.

Gerade nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre wäre Vertrauen in die Gesundheitspolitik besonders wichtig. Stattdessen erleben viele Bürger ein System, das bei jeder Krise neue Eingriffe fordert, aber bei der Alltagsversorgung immer häufiger schwächelt.

Die Umfrage zeigt deshalb mehr als Unzufriedenheit. Sie zeigt einen Bruch zwischen politischem Anspruch und Versorgungserfahrung. Ein Gesundheitssystem, das Milliarden verschlingt, aber Medikamente, Hausärzte und Termine nicht verlässlich liefert, verliert nicht nur Effizienz. Es verliert Legitimität.

Quelle des Wissens quelle-des-wissens.de
Deine Numerologie-Analyse
Lebenszahl  ·  Seelendrang  ·  Persönlichkeit
Jetzt

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert