Der für den 15. August über soziale Netzwerke angekündigte neue Massenansturm auf die spanische Exklave Ceuta ist gescheitert. Marokkanische Sicherheitskräfte fingen Hunderte Migranten bereits vor der Grenze ab und verhinderten einen erneuten massenhaften Durchbruch auf spanisches Gebiet. Ein in der Nacht veröffentlichter X-Beitrag von Visegrád 24 zeigt eine große Menschenmenge im Grenzgebiet und berichtet von Tausenden, die versucht hätten, nach Ceuta vorzudringen.
Die Mobilisierung war keineswegs überraschend gekommen. Seit Tagen kursierten in marokkanischen Netzwerken Aufrufe, am Samstag gemeinsam zur Grenze zu ziehen. F-NEWS hatte bereits über die Vorbereitungen auf den angekündigten Ansturm, provisorische Lager am Strand und die Alarmbereitschaft der Sicherheitskräfte berichtet.
Diesmal reagierte Marokko mit einem massiven Polizeiaufgebot, verstärkter Überwachung an Land und auf See sowie schnellen Festnahmen. Nach Berichten spanischer Medien wurden Hunderte Menschen auf dem Weg zur Grenze gestoppt und knapp 300 Personen wegen des Versuchs eines irregulären Grenzübertritts festgenommen. Die befürchtete Wiederholung der Ereignisse von Ende Juli blieb aus.
Damals waren Zehntausende Menschen nach Ceuta gelangt und hatten die kleine spanische Stadt an den Rand des Zusammenbruchs gebracht. Später erklärte Madrid, mehr als 90 Prozent seien binnen 24 Stunden nach Marokko zurückgekehrt. F-NEWS berichtete über diese bemerkenswerte Kehrtwende unter dem Titel „Fast alle Migranten wieder zurück“.
Der aktuelle X-Clip dokumentiert die nächtliche Ansammlung, beweist aber keinen erfolgreichen Grenzübertritt. Genau darin liegt der Unterschied zur ersten Welle: Der Aufruf brachte offenbar viele Menschen in Bewegung, doch die Grenze hielt. Dass ausgerechnet Marokko den Ansturm stoppte, zeigt zugleich, wie abhängig Spanien und damit die EU von der Bereitschaft Rabats sind, seine Seite der Grenze tatsächlich zu sichern.
Der geplante Grenzsturm ist damit vorerst gescheitert. Entwarnung wäre dennoch verfrüht. Solange sich Zehntausende über soziale Netzwerke binnen Stunden mobilisieren lassen und Europas Außengrenze nur dann funktioniert, wenn ein Drittstaat mitspielt, bleibt Ceuta ein jederzeit aktivierbarer Druckknopf gegen Spanien und die Europäische Union.
Thousands of illegal migrants have been trying to storm the border and break into Ceuta, Spain overnight.
— Visegrád 24 (@visegrad24) August 16, 2026
Die Zustände vor Ort spitzen sich auch ohne neuen Ansturm immer mehr zu. Einheimische klagen über Schmutz, Bedrohung und Vergewaltigungen. Migranten sollen auch für Brandstiftungen verantwortlich sein.






