Gelsenkirchen: 18-Jährige tarnt Notruf als Pizzabestellung

|

|

Symbolbild: Ein Taxi steht nachts am Straßenrand, im Hintergrund ist ein Polizeifahrzeug zu sehen.
Symbolbild: Eine als Pizzabestellung getarnte Notrufmeldung führte in Gelsenkirchen zu einem Polizeieinsatz. KI-generierte Illustration.

Gelsenkirchen. Eine scheinbare Pizzabestellung bei der Polizei hat in Gelsenkirchen einen Einsatz ausgelöst. Nach Angaben der Polizei verbarg sich hinter dem ungewöhnlichen Anruf der Hilferuf einer 18-Jährigen, die während einer Taxifahrt sexuell belästigt worden sein soll.

Der Anruf ging laut Polizeimeldung am frühen Samstagmorgen, 18. Juli 2026, bei der Leitstelle ein. Die junge Frau bestellte am Telefon eine Pizza. Die Beamtin legte jedoch nicht auf, sondern erkannte, dass die Anruferin offenbar nicht frei sprechen konnte und sich möglicherweise in einer Gefahrensituation befand.

Gegen 4.40 Uhr wurde daraufhin ein Streifenwagen nach Gelsenkirchen-Buer geschickt.

Vor Ort trafen die Einsatzkräfte nach Polizeiangaben auf die 18-jährige Gelsenkirchenerin und einen 35 Jahre alten Mann aus Düsseldorf. Die Frau erklärte, sie sei mit einem Taxi von Bochum zu ihrer Wohnanschrift gefahren. Während der Fahrt habe der Fahrer sie berührt und sexuell belästigt.

Um unbemerkt Hilfe anzufordern, habe sie den Polizeinotruf gewählt und die vermeintliche Pizzabestellung aufgegeben. Gegen den 35-Jährigen wurde laut Polizei ein Strafverfahren eingeleitet. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.

Die Polizei weist darauf hin, dass Betroffene in einer akuten Bedrohungslage nicht immer offen sprechen können. Alltägliche, unpassende oder widersprüchliche Formulierungen können in solchen Situationen ein Hinweis für die Leitstelle sein. Auch bekannte Signale wie die Frage „Wo ist Luisa?“ oder das internationale Handzeichen für einen stillen Hilferuf können genutzt werden.

Entscheidend sei jedoch kein bestimmter Satz. Wer die 110 wählt und nicht frei sprechen kann, sollte möglichst in der Leitung bleiben und auf gezielte Fragen reagieren. Beobachter verdächtiger Situationen sollten ebenfalls nicht zögern, die Polizei zu verständigen.

Quelle: Polizei Gelsenkirchen über Presseportal, Mitteilung vom 23. Juli 2026.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Entdecke mehr von F-NEWS

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen