Etikettenschwindel beim Großhändler TopCC in Muri BE. Abgelaufene Fleisch- und Wurstwaren wurden mit neuen Etiketten beklebt und als frisch oder noch haltbar verkauft – teilweise sogar im Angebot. Kassensturz (SRF) hat das unabhängig bestätigt. Die Kantonskontrolleure haben den Fall aufgedeckt und Strafanzeige erstattet.
Das Unternehmen spricht von einem „isolierten Fall“ und hat zwei verantwortliche Filialleiter fristlos entlassen. Ein Insider nennt sie jedoch „Bauernopfer“. Die Praxis sei von oben geduldet oder sogar angeordnet gewesen, um die Zahlen zu schönen. Ähnliche Fälle soll es auch an anderen Standorten gegeben haben.
TopCC betreibt 11 Großmärkte in der Schweiz und wirbt mit „Qualität, Herkunft und Preis“. Die Realität: Kunden wurden systematisch betrogen. Tausende Verbraucher haben möglicherweise abgelaufene Ware gekauft. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen zwei namentlich genannte Personen und „weitere Unbekannte“.
Das ist kein Kavaliersdelikt. Wer abgelaufene Lebensmittel als frisch verkauft, gefährdet die Gesundheit der Menschen und zerstört das Vertrauen in den Lebensmittelhandel. Während man bei kleinen Metzgern streng kontrolliert, scheint bei großen Ketten plötzlich alles möglich zu sein. Der Etikettenschwindel ist nur die Spitze des Eisbergs einer Branche, in der Profit oft vor Ehrlichkeit steht.
Quelle: Blick.ch, 23. Juni 2026







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