Die Energiewende wird gern als saubere Erfolgsgeschichte verkauft. Die neue Ausgabe der „Klimaschau“ des Europäischen Instituts für Klima und Energie (EIKE) bündelt dagegen Fälle, die zeigen, was in den Hochglanzbilanzen kaum vorkommt: Brände an Solardächern, Asbest in Wartungstechnik von Windrädern, problematischer Anlagenabfall und ein Millionen-Windrad, das nach nicht einmal drei Jahren wieder demontiert werden soll.
In der Schweiz brannten zuletzt Dächer mit Photovoltaikanlagen unter anderem in Elgg, Laax, Zizers und Disentis. Ein direkter Brandherd in den Solarmodulen ist damit nicht automatisch bewiesen. Fachleute verweisen vielmehr auf fehlerhafte Kabelverbindungen, beschädigte Komponenten und elektrische Defekte, die bei wechselnder Belastung gefährlich werden können. Die sommerliche Hitze fiel mit den Fällen zusammen, ist als alleinige Ursache aber nicht belegt. Für Feuerwehren kommt ein zusätzliches Problem hinzu: Solange Licht auf die Module fällt, können Leitungen weiter Gleichspannung führen.
Nach Angaben von 20 Minuten waren in der Schweiz 2025 mehr als 350.000 Photovoltaikanlagen installiert, fast fünfmal so viele wie 2017. Mit der Masse wächst auch die Zahl alternder Anschlüsse und fehlerhaft montierter Komponenten. Entscheidend sind deshalb fachgerechte Installation, regelmäßige Kontrolle und ein Brandschutz, der mit dem rasanten Ausbau Schritt hält.
Ein zweiter Fall betrifft Großbritannien. Dort wurde verbotener Weißasbest in Bremsbauteilen von Serviceaufzügen und Hebevorrichtungen in mindestens 1.000 Windkraftanlagen entdeckt. Der Stoff steckt nach bisherigem Kenntnisstand nicht in Rotorblättern oder den eigentlichen Turbinen, sondern in importierten Bremskomponenten aus China. Die britische Arbeitsschutzbehörde schätzt die bislang bekannte akute Belastung als gering ein. Wartungskräfte sollen die betreffenden Bremsen dennoch nicht öffnen, bis Ausbau und sichere Entsorgung geklärt sind. Ausgerechnet Anlagen, die als sauber gelten, bringen damit ein seit Jahrzehnten geächtetes Gefahrmaterial zurück in europäische Arbeitsplätze.
Wie teuer die Entsorgungsseite werden kann, zeigt ein Verfahren vor dem Landgericht Weiden. Ein Recyclingunternehmer musste sich wegen illegaler Abfallverbringung in 54 Fällen verantworten. Zu den Stoffen gehörten gefährliche Batterierückstände und faserverstärkter Windkraftschrott. Nach einem gerichtlichen Verständigungsvorschlag soll ein Geständnis zusammen mit einer Zahlung von 100.000 Euro zu einer Freiheitsstrafe von etwas mehr als drei Jahren führen. Vorwürfe der gefährlichen Körperverletzung zum Nachteil von sieben Beschäftigten wurden wegen Beweisproblemen ausgeschieden. F-News hatte bereits über die Entsorgungsprobleme und wirtschaftlichen Risiken der Windkraft sowie über Hunderttausende Tonnen schwer verwertbaren Windradschrott berichtet.
Für weiteren Ärger sorgt laut einem Bericht von NIUS eine Vestas-Anlage des Typs V162-6.0 MW im sächsischen Oberwiera. Das rund zehn Millionen Euro teure Windrad ging 2023 ans Netz und soll nach anhaltenden Beschwerden über Lärm bereits wieder abgebaut werden. Eine gedrosselte Betriebsweise und ein Getriebetausch hätten das Problem dem Bericht zufolge nicht gelöst. Welche Kosten am Ende entstehen und was mit den Bauteilen geschieht, ist offen.
Keiner dieser Fälle beweist, dass Solar- oder Windkraft grundsätzlich nicht funktionieren. Zusammen zeigen sie aber eine Rechnung, die politisch gern kleingedruckt bleibt. Importierte Bauteile müssen kontrolliert, elektrische Anlagen gewartet, Beschäftigte geschützt und tonnenschwere Verbundstoffe entsorgt werden. Wer nur installierte Leistung und Fördermilliarden zählt, erzählt eben nur die angenehme Hälfte der Energiewende.






