CSD-Anschlag: AfD fordert Sondersitzung des Innenausschusses

Symbolbild: Polizeisperre und weißer Transporter nach einem Anschlag im Umfeld einer Großveranstaltung
Symbolbild: Polizeisperre nach einem Anschlag im Umfeld einer Großveranstaltung

Nach dem Anschlag im Umfeld des Berliner Christopher Street Day fordert die AfD-Fraktion im Abgeordnetenhaus eine Sondersitzung des Innenausschusses. Polizei Berlin und Generalstaatsanwaltschaft fahnden nach dem 21-jährigen Abdul B.; er soll am Samstagabend gegen 22 Uhr im Bereich Tiergarten mehrere Personen mit einem fahrenden Fahrzeug verletzt haben. Eine Frau starb, mindestens 16 weitere Menschen wurden verletzt, mehrere davon lebensgefährlich.

Die Ermittler warnen davor, den Gesuchten anzusprechen. Er sei möglicherweise bewaffnet und gefährlich. Nach amtlicher Darstellung sollen sich eine oder mehrere Personen aus dem Fahrzeug entfernt haben; außerdem wird geprüft, ob mehrere Personen durch Stichwerkzeuge verletzt wurden. Das ist der Stand der Ermittlungen, nicht das Ende der Aufklärung.

Der Fall ist politisch explosiv, weil der Tatverdächtige laut tagesschau dem islamistischen Milieu zugerechnet wird. Aus der AfD-Fraktion heißt es zudem, Abdul B. sei deutscher Staatsbürger libanesischer Herkunft, erst im Mai 2026 aus dem Jugendarrest entlassen worden und wegen schwerer Körperverletzung sowie räuberischer Erpressung vorbestraft. Diese Angaben legen, falls sie sich bestätigen, eine Frage offen auf den Tisch: Wer wusste was, und warum wurde daraus keine wirksame Gefahrenabwehr?

Thorsten Weiß, innenpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion, spricht von einem massiven Islamismusproblem in Berlin. Der Senat kenne die Zahlen und verschweige sie, sagt Weiß. Er verweist auf eine Schriftliche Anfrage vom 22. Mai 2026 zu IS-Terroristen, Gefährdern und Beschuldigten mit IS-Bezug in Berlin. Der Senat habe zwar bestätigt, dass sich solche Personen in Berlin aufhalten, aber keine konkreten Zahlen öffentlich genannt.

Auch das Sicherheitskonzept gerät unter Druck. Nach Darstellung der AfD standen rund um das Veranstaltungsgelände mehr als 250 Zufahrtschutzelemente. Trotzdem konnte ein gemieteter Transporter nach bisherigem Stand in eine Menschenmenge fahren. Knapp zehn Jahre nach dem Breitscheidplatz-Anschlag ist das die bittere Wiederkehr derselben Grundfrage: Wie viel Schutz ist bloße Kulisse, wenn ein bekannter Gefährdungskontext am Ende nicht gestoppt wird?

Weiß fordert deshalb eine sofortige Sondersitzung des Innenausschusses. Der Senat müsse erklären, warum ein polizeibekannter Islamist, der erst vor zwei Monaten aus dem Jugendarrest entlassen worden sein soll, mitten in Berlin einen Anschlag verüben konnte. Die Antwort darf diesmal nicht in Zuständigkeitsnebel, Datenschutzfloskeln oder nachträglicher Betroffenheitsrhetorik verschwinden.

Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung von Polizei und Generalstaatsanwaltschaft Berlin, Polizei Berlin, tagesschau-Liveblog sowie Stellungnahme der AfD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus.

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