Wie der Deutsche Bundestag verkündet, hat sich die Enquete-Kommission Corona mit den Folgen der Pandemie für Arbeitswelt, Familien und Pflege beschäftigt. Das Muster ist dabei bemerkenswert: Die Schäden werden ausführlich beschrieben, die politischen Entscheidungen, die diese Schäden oft erst verschärft haben, bleiben dagegen weitgehend im Hintergrund.
Die Zahlen sind gewaltig. Allein die wirtschaftlichen Schäden werden auf rund 350 Milliarden Euro beziffert. Psychische Probleme bei Kindern und Jugendlichen nahmen zu, Familien wurden belastet, Pflegekräfte kämpften mit ständig neuen Vorschriften, und das Vertrauen vieler Beschäftigter ging verloren.
Besonders aufhorchen lässt die Aussage einer Pflegeunternehmerin aus der Praxis. Sie sprach von einer „unverhältnismäßigen Einmischung der Politik“ in ihre Arbeit. Alte Menschen hätten die Nahrungsaufnahme verweigert, weil sie glaubten, von ihren Angehörigen verlassen worden zu sein. Viele konnten sich nicht einmal von sterbenden Familienmitgliedern verabschieden.
Dennoch entsteht bei der Aufarbeitung häufig der Eindruck, als seien die Schäden einfach eine Naturkatastrophe gewesen. Die Pandemie habe die Probleme verursacht, heißt es sinngemäß. Weniger gesprochen wird über unnötige Schulschließungen, Besuchsverbote, Lockdowns, Ausgangsbeschränkungen oder die ständig wechselnden Verordnungen, die Millionen Menschen unmittelbar betrafen.
Selbst ehemalige Regierungsmitglieder verteidigen die damaligen Maßnahmen weiterhin. Der frühere Arbeitsminister Hubertus Heil verwies auf Kurzarbeit und Arbeitsschutzmaßnahmen als Erfolgsmodell.
Während Kinder unter Isolation litten, Familien an ihre Belastungsgrenzen kamen und Pflegeheime zu Orten der Abschottung wurden, trafen Ministerien und Behörden die Regeln. Dass heute oft nur noch von den „Folgen der Pandemie“ gesprochen wird, wirkt daher wie eine sprachliche Entlastungsstrategie.
Die Bilanz fällt jedenfalls ernüchternd aus: Milliardenverluste, psychische Schäden, Vertrauensverlust und soziale Verwerfungen. Wiedergutmachung ist vorerst nicht in Sicht.







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