Anklage: Sie unterstütze Kindermörderin Clancy und soll ihren Sohn getötet haben – entsteht hier ein Todeskult?

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Eine Frau aus Illinois, die sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft intensiv mit dem Mordprozess gegen Lindsay Clancy beschäftigt hatte, ist nach dem Tod ihres zweijährigen Sohnes wegen dessen Tötung angeklagt. Wie CBS Chicago berichtet, soll Corie Walsh in einem Gruppenchat noch Stunden vor der Tat über den Prozess gegen Lindsay Clancy geschrieben haben, die ihre drei Kinder getötet hat. Die Staatsanwaltschaft wertet diese Nachrichten als zentralen Beleg.

Die Polizei wurde am Dienstagnachmittag zu einem Haus in der Brook Stone Court gerufen. Ein 17-jähriger Nachbar hatte bereits den Notruf gewählt und versuchte, den Jungen wiederzubeleben. Das Kind kam in ein Krankenhaus, wo es später für tot erklärt wurde.

Laut Gerichtsunterlagen sagte Walsh den Beamten, sie habe ihren Sohn getötet, weil er der „Teufel“ und der „Antichrist“ sei. Sie soll zudem Einzelheiten der Tat geschildert haben. Ein weiteres Kleinkind befand sich im Haus und blieb unverletzt. Walsh wurde mit Verletzungen in einem Badezimmer gefunden und später in Gewahrsam genommen.

Die Staatsanwaltschaft erklärte, Walsh habe sich zuletzt sehr intensiv mit dem Mordprozess gegen Lindsay Clancy befasst. Noch wenige Stunden vor dem Tod ihres Sohnes soll sie in einem Gruppenchat mit Freunden über den Fall geschrieben haben. Diese Nachrichten dürften im Verfahren eine zentrale Rolle spielen.

Der Clancy-Prozess endete am Freitag ohne Urteil, nachdem sich die Jury nicht auf eine Entscheidung einigen konnte. Walsh bleibt in Haft; ihre erste Gerichtsanhörung ist für den 8. September angesetzt

F-NEWS hatte bereits darüber berichtet, dass rund 300 Frauen vor dem Gericht für Clancy demonstrierten. Die drei getöteten Kinder spielten in dieser Inszenierung keine Rolle. Im Mittelpunkt stand die Angeklagte. Walsh soll nach Darstellung der Staatsanwaltschaft genau von diesem Prozess derart eingenommen gewesen sein, dass sie noch am Tag der Tat darüber schrieb. Das gibt der Unterstützungsszene um Clancy einen abgründigen neuen Beiklang.

Während die Opfer verschwinden, wird für das Umfeld der Angeklagten Geld gesammelt. Eine Kampagne zugunsten von Clancys Eltern hatte nach einem Bericht des Connecticut Post bereits im August mehr als eine Million Dollar eingesammelt. Formell geht das Geld an Michael und Paula Musgrove. Tatsächlich soll es ihnen ermöglichen, Clancy über Jahre finanziell und persönlich zu begleiten. Die Botschaft der Organisatorin lautet, die Familie müsse mit Liebe umgeben und aufgebaut werden.

Für die drei toten Kinder gibt es keine rosa Kundgebung, keine millionenschwere Empathiekampagne und keinen Kult um ihr Leiden. Stattdessen wird aus der Frau, die ihre Kinder getötet hat, eine Ikone für jene gemacht, die sich in ihr eigenes Leid hineinprojizieren.

Jetzt steht mit Corie Walsh eine Frau vor Gericht, die sich laut Staatsanwaltschaft tief in den Clancy-Prozess hineingesteigert hatte und selbst wegen der Tötung ihres Sohnes angeklagt ist. Das ist kein harmloser Fanclub mehr. Es ist der erschreckende Hinweis darauf, wohin die Verherrlichung einer Kindermörderin führen kann. Wenn Täterinnen zu Heldinnen gemacht und die Kinder zu Statisten degradiert werden, wird daraus ein Todeskult.

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