Chinas Präsident Xi Jinping formulierte es höflich. Doch zwischen seinen Worten zog ein Gewitter auf. Peking will nicht länger hinnehmen, dass Washington die Regeln für die ganze Welt schreibt.
Erst Trump, dann Putin
Donald Trump wurde Mitte Mai in Peking noch mit allen Ehren empfangen. Er sprach von Freundschaft, gemeinsamen Geschäften und einer großartigen Zukunft. Wenige Tage später saß Wladimir Putin bei Xi Jinping.
Nun klang der Gastgeber anders. Alleingänge und das Streben nach Vorherrschaft griffen um sich, erklärte Xi. In
der Weltpolitik herrsche Chaos.
Amerika erwähnte er nicht. Das war auch nicht nötig. Wenn in Peking von Vorherrschaft gesprochen wird, blickt jeder gedanklich nach Washington.
Peking will den Chefsessel
China und Russland verlangen eine Welt mit mehreren Machtzentren. Übersetzt heißt das: Die Zeit, in der Amerika allein den Taktstock schwang, soll enden.
Noch sitzt Washington am Kopfende des Tisches. Doch Peking stellt bereits einen zweiten Stuhl daneben. Der ist nicht für einen stillen Beobachter bestimmt.
China baut Häfen, Bahnlinien, Kraftwerke und Handelswege in aller Welt. Damit entstehen Abhängigkeiten. Wer den Hafen bezahlt, möchte später auch bestimmen, welche Schiffe dort anlegen.
Amerika schießt, China rechnet
Die USA gaben 2025 fast eine Billion Dollar für ihr Militär aus. Sie unterhalten Stützpunkte rund um den Erdball und führen Kriege mit Geld, das längst geliehen werden muss.
China rüstet ebenfalls kräftig auf. Doch es setzt zugleich auf Handel, Rohstoffe und große Bauvorhaben. Amerika schickt Flugzeugträger. China schickt Baukräne. Beide verfolgen damit ihre Interessen.
Der Unterschied liegt auf der Hand: Nach einem Krieg bleiben Trümmer und Schulden. Nach einem Hafen bleiben Verträge, Gebühren und Einfluss.
Europa sitzt weiter am Kindertisch
Während Washington und Peking um die künftige Weltordnung ringen, beschäftigt sich Brüssel mit Verschlussdeckeln und neuen Vorschriften. Europa darf anschließend auswählen, von welcher Großmacht es abhängig sein möchte.
Xi hat den USA nicht wörtlich zugerufen, ihre Herrschaft sei vorbei. So spricht ein chinesischer Präsident nicht. Er legt den Satz in Seidenpapier auf den Tisch.
Die Botschaft darunter ist dennoch unübersehbar: Peking bittet nicht mehr um einen Platz in der amerikanischen Weltordnung. China will eine neue Ordnung bauen. Und es wird selbst am Kopfende sitzen.







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