China und Russland könnten abgestürzte unbekannte Flugobjekte geborgen und versucht haben, deren Technik nachzubauen. Diese brisante Einschätzung äußerte Jordan Flowers, Geschäftsführer der UAP Disclosure Foundation, nach der Veröffentlichung der dritten Tranche amerikanischer UFO-Akten.
Flowers erklärte gegenüber NewsNation, es gebe Gründe für die Annahme, dass sowohl China als auch Russland eigene Objekte im Zusammenhang mit UAP geborgen und Reverse Engineering versucht hätten. Unidentified Anomalous Phenomena, kurz UAP, ist die heute von US-Behörden verwendete Bezeichnung für Beobachtungen, die sich zunächst nicht eindeutig erklären lassen.
Die Aussage fällt wenige Tage nach der dritten Veröffentlichung im Rahmen des amerikanischen PURSUE-Programms. Das US-Kriegsministerium stellte am 12. Juni weitere 72 Akten öffentlich bereit. Die Sammlung umfasst historische Untersuchungen, CIA- und FBI-Unterlagen, militärische Berichte sowie Aufnahmen ungewöhnlicher Objekte.
Flowers sieht darin vor allem eine Frage der nationalen Sicherheit. Falls mehrere Großmächte tatsächlich Material unbekannter Herkunft untersuchen, ginge es nicht mehr nur um die Existenz rätselhafter Flugobjekte. Es wäre ein geheimer Technologiewettlauf darum, wer Antrieb, Materialien oder andere Eigenschaften zuerst versteht und militärisch nutzbar macht.
Auch der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter und UAP-Whistleblower David Grusch hatte zuletzt vor einer internationalen Dimension gewarnt. Nach seiner Darstellung wissen amerikanische Stellen von russischer und chinesischer Überwachung mutmaßlicher US-Programme zur Bergung und Untersuchung von UAP. Für Grusch handelt es sich um ein globales Phänomen und um ein Rennen um die erste erfolgreiche technische Rekonstruktion.
Entscheidend ist jedoch die Trennung zwischen Akteninhalt und Interpretation. Die freigegebenen Unterlagen belegen, dass US-Behörden UAP-Sichtungen über Jahrzehnte sammelten, untersuchten und teilweise nicht erklären konnten. Ein öffentlich zugängliches Dokument, das die Bergung eines nichtmenschlichen Fluggeräts durch China oder Russland zweifelsfrei bestätigt, wurde bislang nicht vorgelegt.
Auch die New York Post stützt ihre Schlagzeile im Kern auf Flowers‘ Einschätzung und auf Gruschs Warnung vor ausländischer Spionage. Aus den Akten selbst folgt damit noch nicht, dass Moskau oder Peking tatsächlich außerirdische Technik besitzen. Die Behauptung bleibt bedeutend, weil sie von Personen aus der organisierten Disclosure-Bewegung öffentlich erhoben wird – bewiesen ist sie dadurch nicht.
Die dritte Tranche enthält allerdings mehrere Hinweise auf die internationale und sicherheitspolitische Dimension des Themas. Dazu gehört etwa ein CIA-Kabel aus dem Jahr 2008, das amerikanische Stellen nach der Sichtung eines unbekannten Objekts über dem Flughafen von Harare in Simbabwe in erhöhte Alarmbereitschaft versetzte. Weitere Unterlagen dokumentieren Beobachtungen in militärisch sensiblen Regionen und über verschiedenen Kontinenten.
Die UAP Disclosure Foundation will die Folgen möglicher Enthüllungen am 25. Juni bei einem Forum in Washington behandeln. Diskutiert werden sollen nationale Sicherheit, Technologie sowie gesellschaftliche und religiöse Auswirkungen. Ob dort neue Belege für die behaupteten Programme Chinas und Russlands präsentiert werden, bleibt abzuwarten.
Fest steht bislang nur: Die USA öffnen ihre Archive schrittweise, während China und Russland zu möglichen Bergungsprogrammen schweigen. Sollte sich der Verdacht jemals bestätigen, wäre die eigentliche UFO-Frage nicht mehr nur, was am Himmel fliegt – sondern welche Großmacht als Erste versteht, wie es funktioniert.
Quellen: New York Post, PURSUE Release 03 des US-Kriegsministeriums, Associated Press zur dritten Aktenfreigabe.







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