Ceuta überrannt: Tausende kommen aus Marokko – wie viele landen am Ende in Deutschland?

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Die Bilder aus Ceuta wirken wie der vollständige Kontrollverlust: Tausende Menschen strömen aus Marokko in die spanische Exklave, zu Fuß entlang der Küste oder schwimmend um den Grenzwellenbrecher von El Tarajal. Spanische Polizisten und Guardia Civil sprechen offen davon, überfordert zu sein.

Nach Angaben von Associated Press hatten bereits in der vergangenen Woche mehr als 1.500 Migranten Ceuta erreicht. Hunderte schliefen auf den Straßen, weil die Aufnahmeeinrichtungen überfüllt waren. Am Donnerstag verschärfte sich die Lage dramatisch: Tausende überwanden die Grenze nahezu gleichzeitig. Ceutas Regierungschef Juan Jesús Vivas verlangte von Madrid die Ausrufung eines nationalen Notstands und eine einheitliche Einsatzführung.

Die spanische Zentralregierung lehnte den nationalen Notstand ab. Dieser Mechanismus sei für Naturkatastrophen, technische Großschäden oder nukleare Gefahren vorgesehen, nicht für eine Migrationskrise. Innenminister Fernando Grande-Marlaska will am Freitag nach Ceuta reisen. Spanien und Marokko kündigten an, die Rückführung der irregulär Eingereisten zu beschleunigen.

Pedro Sánchez erklärte auf X, seine Regierung arbeite mit voller Kraft an einer sofortigen Antwort, verstärke die verfügbaren Mittel und stimme sich mit Marokko ab. Angesichts der Bilder vom Zusammenbruch der Grenzkontrolle klingt das wie eine Durchhalteparole aus einer anderen Wirklichkeit.

Auslöser der aktuellen Welle dürfte nicht nur das günstige Sommerwetter sein. Spaniens Oberster Gerichtshof entschied Anfang Juli, dass Migranten, die schwimmend nach Ceuta oder Melilla gelangen, nicht unmittelbar an der Grenze zurückgewiesen werden dürfen. Die gesetzliche Sonderregel für direkte Zurückweisungen erfasse nach Auffassung des Gerichts nur Personen, die Grenzanlagen wie Zäune überwinden. Wer über das Wasser kommt, muss daher zunächst ein reguläres Verfahren durchlaufen.

Ceuta verzeichnete schon im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 2.582 irreguläre Einreisen. Mitte Juli waren es nach Angaben des spanischen Innenministeriums bereits fast 3.000. Der jetzige Ansturm kommt noch hinzu. Die Lage erinnert an Mai 2021, als innerhalb von zwei Tagen mehr als 8.000 Menschen aus Marokko nach Ceuta gelangten.

Wie viele der jetzt Eingereisten später in Deutschland ankommen werden, kann derzeit niemand seriös beziffern. Eine automatische Weiterleitung nach Deutschland gibt es nicht. Nach dem seit 12. Juni geltenden EU-Migrationspakt ist grundsätzlich der Staat der ersten Einreise für die Registrierung und das Asylverfahren zuständig. Der Pakt enthält jedoch zugleich einen Solidaritätsmechanismus, über den unter Druck stehende Staaten wie Spanien durch Umsiedlungen, Geldzahlungen oder andere Beiträge entlastet werden können. Für 2026 umfasst dieser Pool 21.000 Umsiedlungen oder entsprechende Ersatzleistungen.

Hinzu kommt die bekannte Weiterwanderung innerhalb Europas. Selbst die EU-Kommission räumt ein, dass irreguläre Einreisen an den Außengrenzen durch sogenannte Sekundärmigration alle Mitgliedstaaten treffen können. Deutschland kontrolliert seine Landgrenzen offiziell gerade wegen anhaltender irregulärer Migration und Schleusung weiter.

Wer heute fragt, wie viele aus Ceuta am Ende in Deutschland auftauchen, stellt deshalb keine abwegige Frage. Die ehrliche Antwort lautet: Noch gibt es keine Zahl – und genau das ist das Problem. Europa registriert den Kontrollverlust meist erst dann zuverlässig, wenn die Menschen längst weitergezogen sind.

Spanien hatte erst zu Jahresbeginn die Legalisierung von rund 500.000 bislang irregulär im Land lebenden Migranten auf den Weg gebracht. Auch die Warnungen vor dem EU-Asylpakt und seinen Verteilungsmechanismen erhalten durch Ceuta neue Brisanz.

Quellen: Associated Press, El País, Rat der Europäischen Union

Ein Kommentar zu „Ceuta überrannt: Tausende kommen aus Marokko – wie viele landen am Ende in Deutschland?“

  1. Avatar von Hans-Dieter Brune
    Hans-Dieter Brune

    Die Süd Menschen sind unfähig, sich selbst ein gutes Land aufzubauen, und bringen ihre Unfähikeit mit, so dass aus Europa das selbe Scheißhaus wird wie die Scheißhäuserr, aus denen sie geflohen sind. Migration mach den ganzen Planeten kaputt.

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