Jetzt erwischt es auch BMW mit voller Wucht. Der Münchner Autobauer hat im ersten Halbjahr nur noch rund 2,6 Milliarden Euro verdient. Das sind 35 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Damit setzt sich der Absturz der deutschen Schlüsselindustrie ungebremst fort.
BMW galt lange als der robusteste der großen deutschen Hersteller. Doch auch dieses Polster schmilzt. Der weltweite Absatz sank im ersten Halbjahr um 4,2 Prozent auf rund 1,15 Millionen Fahrzeuge. Besonders das schwache Geschäft in China belastet den Konzern. Zuwächse in Europa und den USA konnten den Rückgang in Asien nicht ausgleichen.
Bereits im Juni hatte BMW seine Jahresprognose deutlich zusammengestrichen. Die erwartete operative Marge der Autosparte wurde von vier bis sechs auf nur noch ein bis drei Prozent gesenkt. Der Konzern rechnet beim Vorsteuergewinn inzwischen mit einem deutlichen Rückgang. Als Gründe nennt BMW die verschärfte Konkurrenz in China, höhere Kosten und die Folgen des Konflikts im Nahen Osten.
Die neuen Zahlen passen zum angekündigten Abbau von rund 8.000 Stellen bei BMW. Noch verdient der Konzern Milliarden. Doch Gewinneinbruch und Stellenabbau zeigen, wie schnell aus einem Warnsignal ein strukturelles Problem wird.
BMW steht damit nicht allein. Bei Mercedes verlor die Pkw-Sparte bereits 26 Prozent ihres Gewinns. Auch Volkswagen kämpft mit sinkenden Ergebnissen. Die drei Aushängeschilder der deutschen Autoindustrie verlieren gleichzeitig Geld, Arbeitsplätze und Marktanteile.
Berlin und Brüssel reden weiter von Transformation. In den Bilanzen sieht diese Transformation inzwischen nach Rückzug aus: weniger Gewinn, weniger Beschäftigte und immer mehr Abhängigkeit von Märkten, auf denen deutsche Hersteller den Anschluss verlieren.
Quelle: t-online und BMW Group



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