Der Kryptomarkt steht unter massivem Verkaufsdruck. Wie die Coinzeitung berichtet, fiel Bitcoin am Freitagmorgen zeitweise bis auf 61.117 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit vier Monaten. Ether rutschte auf ein Jahrestief, Solana sogar auf den niedrigsten Stand seit rund zweieinhalb Jahren.
Bis zum späten Vormittag konnten sich die Kurse leicht vom Tagestief lösen. Gegen 11:12 Uhr notierte Bitcoin laut CoinGecko wieder bei rund 62.700 Dollar. Ether lag bei knapp 1.672 Dollar und verlor binnen 24 Stunden etwa fünf Prozent. Solana stand bei rund 65,60 Dollar, ein Minus von gut vier Prozent.
Die kurze Gegenbewegung ist noch keine Entwarnung. Anleger fliehen aus riskanten Anlagen, während Kriegssorgen, hohe Zinsen und Abflüsse aus US-Krypto-ETFs gleichzeitig auf den Markt drücken. Besonders Altcoins trifft es hart. Wenn Liquidität verschwindet, fällt zuerst, was am stärksten von Spekulation lebt.
Zusätzliche Nervosität löste Strategy aus. Der Konzern verkaufte laut einem bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Bericht erstmals seit 2022 wieder Bitcoin. Mit 32 Stück ist der Verkauf angesichts eines Gesamtbestands von mehr als 843.000 Bitcoin winzig. Psychologisch trifft er trotzdem: Der bisher kompromissloseste Großkäufer greift erstmals wieder zur Verkaufstaste.
Der nächste Schlag oder die erste echte Erholung könnte bereits eine Stunde nach Veröffentlichung dieses Beitrags folgen. Um 14:30 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht das US Bureau of Labor Statistics den Arbeitsmarktbericht für Mai. Starke Beschäftigungs- und Lohndaten würden neue Zinssorgen schüren. Schwächere Zahlen könnten den angeschlagenen Kryptomarkt kurzfristig entlasten.
Bitcoin verteidigt bislang den Bereich um 61.000 Dollar. Doch die Lage bleibt fragil. Der Markt wartet nicht auf politische Beruhigungssprüche, sondern auf Liquidität. Und genau die wird gerade knapper.







Kommentar verfassen