Bayern: Eltern wehren sich gegen den iPad-Zwang an Schulen

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Symbolbild: Schülerin schließt im Klassenraum ein Tablet und wendet sich Schulbuch und Heft zu
Symbolbild

Eltern in Bayern wehren sich gegen den verpflichtenden Einsatz von Tablets an Schulen. Mit der Petition „Fokus statt Ablenkung: Ende des iPad-Zwangs an Bayerns Schulen“ fordern sie vom Bayerischen Landtag und vom Kultusministerium eine Kehrtwende: Digitale Geräte sollen nur noch dann eingesetzt werden, wenn sie einen konkreten pädagogischen Nutzen haben.

Unterstützung erhält die Elterninitiative vom Bündnis für humane Bildung. Dessen Sprecher, der Medienpädagoge Prof. Ralf Lankau von der Hochschule Offenburg, sieht darin einen wachsenden Konflikt zwischen einer technikfixierten Bildungspolitik und den Erfahrungen von Eltern und Lehrkräften.

Die Initiatoren schildern einen Schulalltag, in dem Schüler Sperren umgehen, während des Unterrichts spielen, chatten oder soziale Medien nutzen. Weil auch die Hausaufgaben am Tablet erledigt werden müssen, setzt sich der Streit zu Hause fort. Eltern würden zu Kontrolleuren einer Technik gemacht, die selbst in den Schulen kaum beherrscht werde.

„Mehrere Lehrer bestätigten mir, dass man im Unterricht noch nicht in der Lage sei, das alles zu kontrollieren, weil auch die Kinder so raffiniert sind, immer wieder Sperren zu umgehen“, berichtet Petitionsinitiatorin Elisabeth Soldner. Die Folgen seien Konflikte um Bildschirmzeiten, Hausaufgaben und Medienkonsum. „Aus einem pädagogischen Problem wird ein familiäres Problem.“

Lankau wirft Bund und Ländern vor, sich den Geschäftsmodellen der IT-Branche zu beugen. Lesen, Schreiben, Konzentrationsfähigkeit und selbstständiges Denken litten unter dem unkontrollierten Einsatz von IT und KI-Bots. „Die Digitalisierung wird politisch beschlossen – die alltäglichen Folgen müssen Kinder, Eltern und Lehrkräfte bewältigen“, erklärt er. Pädagogik müsse wieder Vorrang vor Technik bekommen.

Die Petition verweist außerdem auf den Augsburger Bildungsforscher Prof. Klaus Zierer. Nach Darstellung der Initiative zeigten dessen empirische Auswertungen messbare Leistungseinbrüche bei ungesteuertem Tablet-Einsatz. Gefordert wird jedoch keine vollständig technikfreie Schule. Neben gedruckten Büchern nennt die Initiative ablenkungsfreie E-Ink-Reader als mögliche Alternative für digitale Schulbücher.

Der Kern der Forderung ist deshalb keine Rückkehr in die Kreidezeit, sondern Wahlfreiheit. Eltern und Lehrkräfte sollen entscheiden können, wann Technik das Lernen tatsächlich verbessert. Ein Gerät wird nicht dadurch zum Unterrichtskonzept, dass die Politik seine Anschaffung bezahlt und seine Nutzung vorschreibt.

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