Während Milliarden in immer neue Medikamente gegen Demenz und Alzheimer fließen, gerät ein Stoff zunehmend unter Beschuss, der nach Ansicht einiger Wissenschaftler seit Jahrzehnten unterschätzt wird: Lithium.
Der Arzt und Bestsellerautor Michael Nehls erhebt in einem aktuellen Interview schwere Vorwürfe. Seiner Ansicht nach werde Lithium in der öffentlichen Debatte systematisch auf seine Verwendung in der Psychiatrie reduziert, während mögliche positive Wirkungen auf die Gehirngesundheit weitgehend ausgeblendet würden. Nehls spricht sogar von einer regelrechten Schmutzkampagne gegen das Spurenelement.
Besonders brisant: Lithium kommt in der Natur vor und wird in geringen Mengen über Trinkwasser und Nahrung aufgenommen. Nehls argumentiert, dass ein Mangel langfristig negative Folgen für das Gehirn haben könne. Die steigende Zahl von Demenz- und Alzheimer-Erkrankungen werfe daher die Frage auf, ob wichtige Zusammenhänge bewusst ignoriert werden.
Kritiker verweisen zwar darauf, dass Lithium in höheren Dosierungen erhebliche Nebenwirkungen haben kann und deshalb eine medizinische Überwachung erforderlich ist. Doch genau hier sieht Nehls ein Problem: Statt zwischen hochdosierter Arzneitherapie und natürlichen Spurenmengen zu unterscheiden, werde häufig alles in einen Topf geworfen.
Die Debatte berührt einen grundsätzlichen Konflikt unserer Zeit: Werden einfache und kostengünstige Ansätze zur Gesundheitsvorsorge ausreichend erforscht – oder konzentriert sich das System vor allem auf patentierbare Therapien und lukrative Behandlungen?
Fest steht: Die Zahl neurologischer Erkrankungen steigt seit Jahren. Ob Lithium tatsächlich ein unterschätzter Schlüssel zur Prävention sein könnte, bleibt wissenschaftlich umstritten. Doch die Forderung nach einer offenen und ideologiefreien Diskussion erscheint angesichts der Tragweite des Themas mehr als berechtigt.
Quelle: Interview mit Dr. Michael Nehls bei Marc Friedrich auf YouTube.






