Apple zieht gegen OpenAI vor Gericht. Wie 9to5Mac berichtet, wirft der Konzern OpenAI, io Products und ehemaligen Apple-Mitarbeitern den Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen vor. Es geht um geheime Informationen zu unveröffentlichten Technologien, Prozessen und Produkten. OpenAI weist die Vorwürfe nach Darstellung von 9to5Mac zurück.
Die Klage wurde laut Bericht vor dem U.S. District Court for the Northern District of California eingereicht. Apple nennt unter anderem Chang Liu und Tang Tan als Beklagte. Tan war bei Apple Vizepräsident für Produktdesign und arbeitete an iPhone und Apple Watch. Liu war dem Bericht zufolge acht Jahre lang bei Apple tätig und wechselte im Januar 2026 zu OpenAI.
Der Streit ist deshalb explosiv, weil OpenAI längst nicht mehr nur Chatbots baut. Die Hardware-Pläne des Konzerns laufen über Jony Ive und dessen Umfeld. OpenAI hatte Ives Startup io im vergangenen Jahr in einem Milliardendeal übernommen. Laut 9to5Mac wurden dabei mehr als 50 Ingenieure, Entwickler und weitere Mitarbeiter in OpenAIs Hardware-Projekt eingebunden. Jony Ive selbst, Evans Hankey und Scott Cannon werden dem Bericht zufolge in Apples ursprünglicher Klageschrift nicht persönlich als Beklagte genannt.
Apple behauptet, frühere Mitarbeiter hätten vertrauliche Apple-Informationen „zum Vorteil von OpenAI“ mitgenommen. Besonders schwer wiegt der Vorwurf, Bewerber aus Apple-Reihen seien in Interviews gezielt nach internen Projekten, Bauteilen, CAD-Unterlagen, Prototypen, Auswahl von Komponenten, Lieferanten und Integrationsmethoden gefragt worden. In einem Fall soll ein Bewerber kurz vor einem Gespräch Dateien zu einem hochvertraulichen Apple-Projekt heruntergeladen haben.
Laut Klage soll Tan sogar Bewerber gebeten haben, reale Apple-Komponenten und Musterstücke zu Gesprächen mitzubringen. Apple beschreibt dies als Muster, nicht als Einzelfall. Der Konzern will den Vorgang nach eigenen Angaben schon im Februar direkt bei OpenAI angesprochen haben. Eine Antwort sei nach Apples Darstellung ausgeblieben.
OpenAI bestreitet die Vorwürfe. Juristisch ist damit zunächst nur klar: Apple erhebt schwere Anschuldigungen, bewiesen sind sie damit noch nicht. Politisch und wirtschaftlich ist der Fall trotzdem ein Signal. Der KI-Markt ist in eine Phase eingetreten, in der nicht mehr nur Modelle, Rechenzentren und Daten zählen, sondern auch Geräte, Sensoren, Chips, Lieferketten und Produktgeheimnisse.
Für die Öffentlichkeit ist das Lehrstück simpel: Die großen Tech-Konzerne reden gern von Innovation, offener Zukunft und schöner neuer KI-Welt. Hinter den Kulissen geht es offenbar längst um Abwerbung, Geheimhaltung, Hardware-Kontrolle und Milliardenmärkte. Wenn Apple und OpenAI sich nun vor Gericht zerlegen, sieht man für einen Moment, wie hart dieser Krieg wirklich geführt wird.
Quellen: 9to5Mac zur Apple-Klage, 9to5Mac zu OpenAIs Reaktion.



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