Deutschland reagiert auf die der russischen Seite zugeschriebene Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig/Halle mit der Schließung des letzten russischen Generalkonsulats in Bonn und der Kündigung des Vertrags für das Russische Haus in Berlin. So lautet die von Außenminister Wadephul angekündigte Antwort, über die unter anderem Deutschlandfunk Kultur berichtet.
Dr. Josef Thoma erkennt darin eine neue Höchstleistung deutscher Schauspielkunst: Mit todernstem Gesicht werde ein Konsulat und eine Kultureinrichtung als nuklearer Vergeltungsschlag gegen Russland verkauft. Mehr habe man offenbar nicht im Köcher, wenn Schulden im Rucksack und Fischbrötchen zwischen den Implantaten schon als strategische Reserve gelten.
Die große Geste bleibt vor allem eine Geste. Das Konsulat in Bonn bearbeitet konsularische Angelegenheiten, das Russische Haus veranstaltet Kultur- und Informationsangebote. Beides zu schließen kann Ärger verursachen, Termine erschweren und Gesprächskanäle weiter verengen. Einen Flughafen schützt es jedoch nicht nachträglich, und eine Drohne wird davon auch nicht kleiner.
Die Bundesregierung knüpft ihre Reaktion an den Fund einer mit Sprengstoff präparierten Drohne im Sicherheitsbereich des Flughafens Leipzig/Halle. F-NEWS berichtete bereits über die russische Spur, die die Regierung im Leipziger Drohnenfall ziehen will. Öffentliche Belege, die den Fall abschließend erklären, liegen weiterhin nicht vor.
Thoma nimmt genau diese Diskrepanz aufs Korn: Berlin spricht von Wehrhaftigkeit, am Ende stehen aber diplomatische Schilder an Türen und eine gekündigte Kulturvereinbarung. Schon bei der Debatte um angebliche Gegenschläge hatte F-NEWS gezeigt, wie schnell aus martialischer Rhetorik eine leere Drohung werden kann.
Der satirische Befund ist unerquicklich einfach: Ein Staat, der sich selbst als Frontstaat inszeniert, sollte vielleicht mehr vorweisen können als die Schließung eines Schalters und die Abwicklung eines Kulturhauses. Bis dahin bleibt der Auftritt groß, nur die Fallhöhe ist größer.








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