Der Tag der Deutschen Industrie in Berlin wird zum Realitätscheck für die Bundesregierung. In einer AfD-Mitteilung verweist Alice Weidel auf die scharfe Kritik führender Industrievertreter an der Wirtschaftspolitik der schwarz-roten Koalition – und auf den Verlust weiterer 100.000 Industriearbeitsplätze im vergangenen Jahr.
Der Vorwurf trifft einen Nerv: Deutschland verliert industrielle Substanz, während die Politik weiter über höhere Steuern, steigende Sozialabgaben, neue Belastungen und immer neue Bürokratie diskutiert. Wer Unternehmen mit teurer Energie, hohen Abgaben und planwirtschaftlicher Regulierung überzieht, darf sich nicht wundern, wenn Produktion, Investitionen und Arbeitsplätze abwandern.
Nach Darstellung Weidels sprach BDI-Präsident Peter Leibinger offen von einem „Bruch industrieller Dynamik“. Genannt werden genau jene Standortnachteile, über die Unternehmer seit Jahren klagen: hohe Energiepreise, hohe Steuern, steigende Lohnstückkosten, explodierende Lohnzusatzkosten und ausufernde Bürokratie. BDI-Hauptgeschäftsführerin Tanja Gönner habe die Wachstumserwartung für Deutschland auf nur noch 0,4 Prozent korrigiert.
Das ist kein technisches Konjunkturproblem mehr, sondern ein politisch verursachter Standortschaden. Die deutsche Industrie war einmal das Rückgrat des Landes: Maschinenbau, Chemie, Autoindustrie, Zulieferer, Mittelstand. Heute wird dieses Rückgrat unter moralischer Energiepolitik, EU-Regelungswut, Abgabenlast und einem misstrauischen Staat krumm gedrückt.
Besonders bitter ist der Blick auf die Arbeitsplätze. 100.000 verlorene Industriejobs bedeuten nicht nur eine Zahl in einer Statistik. Dahinter stehen Familien, Regionen, Fachkräfte, Zulieferer und ganze Wertschöpfungsketten. Wenn Industrie verschwindet, verschwinden nicht nur Fabrikhallen. Es verschwinden Ausbildung, Wohlstand, Steuereinnahmen und soziale Stabilität.
Die Bundesregierung redet von Transformation, doch viele Betriebe erleben vor allem Verteuerung. Energie bleibt ein Standortkiller, Bürokratie frisst Zeit und Kapital, Sozialabgaben steigen, und die Politik erweckt den Eindruck, als könne man Wohlstand dauerhaft verwalten, nachdem man seine Quellen beschädigt hat. Das ist der eigentliche Kontrollverlust: nicht ein einzelner schlechter Wert, sondern eine politische Klasse, die die Warnsignale der Realwirtschaft jahrelang überhört.
Deutschland braucht keine neuen Belastungspakete, sondern eine Rückkehr zur wirtschaftlichen Vernunft: bezahlbare Energie, verlässliche Rahmenbedingungen, niedrigere Abgaben, weniger Bürokratie und wieder Respekt vor denen, die Wertschöpfung schaffen. Sonst wird der nächste Industriegipfel nur wieder dasselbe Protokoll liefern: noch weniger Wachstum, noch weniger Jobs, noch weniger Vertrauen.






