Der Vergleich mag hinken, aber es muss doch nicht immer Gleiwitz sein. Nach dem tonkin-ähnlichen Vorfall in Leipzig wurden neue Drohnen in NRW gesichtet. Prompt fordert der Rheinmetall-Chef mehr Schutz vor solchen „Angriffen“. Kleine Zwischenfrage: Wie stehen eigentlich die Aktien?
Aber die Hauptfragen, die man stellen könnte, sind andere. Was hätte Putin von solchen Angriffen? Überspitzt formuliert: Russland wird nicht mal mit der kleinen Ukraine fertig und wäre schlecht beraten, die NATO zu provozieren. Wenn geheime Operationen das westliche Bündnis schwächen sollen, dann sind solche „Drohnenvorfälle“ die falsche Wahl der Mittel. Falls es sich bei den Angriffen um False Flag Operationen handelt, dann nützen sie eher der Ukraine, wenn damit weiter Stimmung gegen Russland gemacht wird, was die Medien gehorsam praktizieren.
Wer auch immer dahinter steckt, das Ziel scheint weniger Destabilisierung, sondern Eskalation zu sein. Den meisten Kriegen gingen solche Operationen voraus, die das gewünschte Ergebnis produzierten. Nicht immer war der ganz große Knall nötig, wie 9/11 oder das Attentat von Sarajewo, für den Krieg mit Frankreich 1870/71 genügte die Bad Emser Depesche, um den französischen König in Rage zu bringen.
Jeder Krieg geht aber auch irgendwann einmal zu Ende. Das könnte bei der Ukraine vielleicht doch irgendwann schneller der Fall sein, als man derzeit glaubt. Dann stünde der Schlagabtausch mit Russland auf dem Plan. Der Weg dahin ist noch mit weiterem Wettrüsten gepflastert, das mit vielen kleinen „Vorfällen“ gerechtfertigt werden muss. Bleibt wachsam!






