Was noch vor wenigen Jahren als Symbol für Unterdrückung galt, soll plötzlich ganz normal in Klassenzimmern werden: Die Schweizer Sozialdemokraten vollziehen beim Kopftuch eine radikale Kehrtwende – und sorgen damit für offenen Streit in den eigenen Reihen, wie der Blick berichtet.
Auslöser ist ausgerechnet eine 20-jährige Jungpolitikerin, die mit Kopftuch ins Zürcher Parlament gewählt wurde und nun auch Lehrerinnen das Tragen religiöser Symbole im Unterricht ermöglichen will. Die Partei folgt diesem Kurs – und verabschiedet sich damit von ihrer bisherigen Linie, die das Kopftuch zumindest kritisch sah. Die türkische Regierung feierte diesen „Sieg des Islams“ bereits ausführlich.
Doch nicht alle machen diesen Schwenk mit. In St. Gallen knallt es bereits: Ein langjähriger SP-Kantonsrat verlässt die Partei und wechselt zur GLP. Seine Begründung ist brisant: Wer heute für eine strikte Trennung von Staat und Religion eintrete, werde innerhalb der SP plötzlich als „rassistisch“ abgestempelt.
Damit steht mehr auf dem Spiel als nur ein Kleidungsstück. Kritiker sprechen von einem ideologischen Richtungswechsel, bei dem traditionelle sozialdemokratische Werte wie Säkularismus und Gleichberechtigung zugunsten identitätspolitischer Signale aufgegeben werden.
Besonders pikant: Selbst innerhalb der Linken wächst der Widerstand. In der Romandie fordern prominente Stimmen weiterhin ein Verbot religiöser Symbole an Schulen – nicht aus liberalen, sondern aus klassisch sozialistischen Gründen. Schule müsse ein neutraler Raum bleiben, frei von religiösem Einfluss.
Auch juristisch ist die Sache keineswegs eindeutig: Das Schweizer Bundesgericht sowie der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte haben bereits entschieden, dass Kopftuchverbote für Lehrerinnen zulässig sein können.
Während also die SP auf Öffnung setzt, ziehen andere politische Kräfte in die entgegengesetzte Richtung. In Zürich wird bereits über ein Verbot für Lehrerinnen und sogar Schülerinnen diskutiert.
Die Schweiz steht damit an einem Scheideweg: Bleibt der Staat weltanschaulich neutral – oder öffnet er sich zunehmend religiösen Symbolen im öffentlichen Raum und leistet damit der Islamisierung Vorschub?




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