Seit dem Zweiten Weltkrieg war die Grippeschutzimpfung für US-Soldaten Pflicht – damit ist nun Schluss: Das Pentagon unter Verteidigungsminister Pete Hegseth hebt die jahrzehntelange Vorschrift auf. Als Begründung nennt Hegseth religiöse Überzeugungen und persönliche Freiheit. „Dein Körper, dein Glaube und deine Überzeugungen sind nicht verhandelbar“, erklärte er in einer Videobotschaft.
Die Impfung sei künftig optional. Wer als Soldat überzeugt sei, dass die Grippeimpfung in seinem Interesse liege, könne sie erhalten – eine Pflicht bestehe jedoch nicht mehr. Die Corona–Impfpflicht unter der Vorgängerregierung bezeichnete Hegseth als „Ära des Verrats“, in der Soldaten zwischen ihren Überzeugungen und ihrem Dienst für das Land hätten wählen müssen. Diese Zeit sei nun vorbei.
Kritische Stimmen kommen aus den Reihen der Demokraten: Abgeordneter Jason Crow, selbst Veteran aus Irak und Afghanistan, warnte vor Folgen für die Einsatzbereitschaft. Army-Veteran und Gesundheitsprofessor Richard Ricciardi verwies gegenüber CNN darauf, dass Soldaten auf engem Raum zusammenleben und Grippeviren sich unter diesen Bedingungen rasch verbreiten könnten.
Der Schritt fügt sich in eine breitere Neuausrichtung der US-Gesundheitspolitik unter Trump ein. Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. hatte wiederholt Zweifel an der Wirksamkeit von Impfungen geäußert, u.a. an der Masernimpfung und ruderte dann aber zurück, als die Infektionszahlen auf den höchsten Stand seit Jahrzehnten stiegen.






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