Tucker Carlson sorgt wieder für Diskussionen im Netz und diesmal geht es nicht um Migrationspolitik oder Medienversagen, sondern um das vielleicht radikalste Narrativ, das ein ehemaliger Fox-News-Anchorman je öffentlich vertreten hat: Die US-Regierung soll ein geheimes Abkommen mit nicht-menschlichen Entitäten geschlossen haben – keine Außerirdischen im Science-Fiction-Sinne, sondern spirituelle Wesen, die seit jeher auf oder unter dieser Erde existieren, wie ein viral gegangenes Video zeigt, das der X-Account @ShadowofEzra veröffentlicht hat und das innerhalb kurzer Zeit über 280.000 Aufrufe generierte.
Carlson in eigenen Worten: „There are forces that are not human, that exist in a spiritual realm of some kind that we cannot see.“ Diese Kräfte seien keine Besucher aus fernen Galaxien, sondern Wesen aus einer parallelen oder unsichtbaren Dimension – unter dem Meer, unter der Erde, irgendwo jenseits des Wahrnehmbaren. Er stützt sich auf Gespräche mit Regierungsinsidern und Whistleblowern, betont aber, es handle sich um „informed speculation“ – also fundierte Vermutungen, keine gesicherten Fakten.
Technologie gegen Unbekanntes
Der eigentliche Knalleffekt ist die Behauptung über einen Deal: Die US-Regierung soll diesen Entitäten etwas gegeben haben – und im Gegenzug Technologien erhalten haben, möglicherweise im nuklearen Bereich. Was die Wesen dafür bekamen, bleibt offen. Ähnliche Thesen hat Carlson bereits in Interviews mit Joe Rogan und Megyn Kelly geäußert und dort angemerkt, er habe von Insidern Details erfahren, die so verstörend seien, dass er sie nicht einmal seiner Frau erzählt habe. Das klingt nach Inszenierung – oder nach echtem Erschrecken. Beides wäre bemerkenswert.
Auffällig ist, wie Carlson das Phänomen einordnet: nicht als Raumfahrtproblem, sondern als spirituelle und übernatürliche Frage. Er verbindet moderne UAP-Berichte (Unidentified Anomalous Phenomena) mit antiken Texten – Engeln, Dämonen, gefallenen Wesen aus der Genesis oder dem äthiopischen Henochbuch, in dem sogenannte „Wächter“ den Menschen verbotenes Wissen gebracht haben sollen.
Religiöse Texte als Beweismittel
Die Reaktionen auf den X-Post zeigen, wie tief solche Deutungsmuster inzwischen verankert sind. Christliche Nutzer sehen gefallene Engel am Werk, muslimische Kommentatoren ziehen Parallelen zu den Dschinn – nach islamischer Überlieferung unsichtbare Wesen aus „rauchlosem Feuer“, die freien Willen besitzen und mit Menschen interagieren können. Andere verweisen auf den Ufologen Jacques Vallée, der seit Jahrzehnten argumentiert, UAP-Phänomene seien interdimensional und nicht extraterrestrisch.
Was all diese Deutungen verbindet ist die Überzeugung, dass die Wirklichkeit eine Schicht tiefer reicht, als Regierungen und Leitmedien zugeben wollen.
Alter Hut oder unterschätztes Phänomen?
Kritiker werden einwenden, Carlson betreibe Verschwörungsunterhaltung für ein Publikum, das nach Bestätigung sucht. Das mag sein. Aber es ist auch bemerkenswert, dass ausgerechnet ein Mann mit seinen Zugängen – Regierungsquellen, Militärs, Geheimdienstler – sich öffentlich so weit aus dem Fenster lehnt. Entweder irrt er spektakulär. Oder es gibt Dinge, über die in Washington hinter verschlossenen Türen ganz anders gesprochen wird als vor laufenden Kameras.
Tatsache ist: Der US-Kongress hat in den vergangenen Jahren mehrere UAP-Hearings abgehalten, Whistleblower wie David Grusch haben unter Eid ausgesagt, es gebe sogenannte „non-human intelligence“ und Bergungsprogramme für nicht-menschliche Fahrzeuge. Das ist kein Randphänomen mehr – das ist Gegenstand offizieller parlamentarischer Debatten in den USA. Dienen diese Enthüllungen vielleicht der Ablenkung?






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