Wie die österreichische Kronen Zeitung gestern schrieb, hat ÖVP-Staatssekretär Alexander Pröll eine bemerkenswerte Forderung aufgestellt: Wenn die Regierung ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 14 Jahren prüft, müsse man konsequenterweise auch über ein Verbot des Ramadan-Fastens für Minderjährige nachdenken.
Hintergrund sind zunehmende Probleme an österreichischen Schulen. Laut Pröll würden viele muslimische Kinder während des Fastenmonats unter familiären oder religiösen Druck geraten, obwohl sie noch nicht volljährig sind. Die Folgen seien Konzentrationsstörungen, Übermüdung, Kreislaufprobleme und sogar Ohnmachtsanfälle. Auch Befreiungen vom Sport- und Schwimmunterricht nähmen zu.
Brisant ist vor allem die Größenordnung. In Österreich besuchen laut dem Bericht zwischen 120.000 und 145.000 muslimische Kinder unter 14 Jahren die Schulen. Damit handelt es sich längst nicht mehr um Einzelfälle, sondern um ein Thema mit erheblicher gesellschaftlicher Relevanz.
Pröll zog dabei einen direkten Vergleich zum geplanten Social-Media-Verbot. Die Regierung argumentiert dort mit dem Schutz von Kindern vor psychischen Schäden, Suchtmechanismen, Hass und Radikalisierung. Wenn der Staat bei TikTok und Instagram eingreife, stelle sich zwangsläufig die Frage, warum gesundheitliche Belastungen durch religiös motiviertes Fasten bei Kindern tabu sein sollten.
Die Aussage dürfte für heftige politische Reaktionen sorgen. Während die einen sofort einen Angriff auf die Religionsfreiheit wittern werden, verweisen Befürworter auf den staatlichen Schutzauftrag gegenüber Minderjährigen. Wo endet religiöse Tradition und wo beginnt die Verantwortung des Staates für Gesundheit und Bildungserfolg von Kindern?






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