Laut Eurostat und Aussagen von Bundesbank-Präsident Joachim Nagel sowie EZB-Chefin Christine Lagarde treibt der Ölpreisschock infolge des Iran-Konflikts die Teuerung im Euroraum massiv an. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich im April um durchschnittlich 3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, nach bereits 2,6 Prozent im März – ein klarer Warnschuss, den die Verantwortlichen in Frankfurt viel zu lange ignoriert haben.
Während die EZB ihr hehres 2-Prozent-Ziel seit Monaten verfehlt, explodieren die Energiekosten um satte 10,8 Prozent. Nagel gibt unumwunden zu, dass man die hohen Energiepreise nicht ausblenden kann, und selbst Lagarde musste einräumen, dass auf der letzten Sitzung „ausführlich und eingehend“ über Zinserhöhungen diskutiert wurde. Der Einlagensatz klebt noch bei 2 Prozent – doch wie lange noch? Diese Entwicklung riecht stark nach der üblichen EZB-Politik: Zuerst die Inflation schönreden, dann die Bürger mit höheren Krediten und fallenden Sparzinsen bluten lassen. Statt die eigene verfehlte Geldpolitik und die energiepolitischen Fehlentscheidungen Europas kritisch zu hinterfragen, bereiten sich die Währungshüter mal wieder darauf vor, die Realwirtschaft abzuwürgen. Für Normalverdiener und Familien bedeutet das: Teurer tanken, teurer einkaufen, teurere Mieten – und am Ende noch höhere Kreditraten. Die EZB zeigt einmal mehr, dass sie meilenweit von der Realität der Menschen entfernt ist und vor allem eines beherrscht: Das Problem von morgen auf die Schultern der Steuerzahler von heute zu laden.
In dieser Lage wirkt das ganze Gerede von „vorübergehenden Effekten“ wie blanker Hohn. Die Inflation frisst sich fest, getrieben durch geopolitische Schocks, die man in Brüssel und Frankfurt offenbar nicht kommen sah – oder nicht sehen wollte. Statt Stabilität zu liefern, produziert die EZB mit ihrer zögerlichen Haltung nur neue Unsicherheit. Die Bürger dürfen sich warm anziehen: Die nächste Zinserhöhungswelle kommt bestimmt, und sie wird wieder vor allem die treffen, die ohnehin schon kämpfen.






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