Kriminelle Banden aus Frankreich überfallen Garagen, Autohäuser und inzwischen sogar Waffengeschäfte in der Schweiz. Die Täter kommen über die offene Grenze, schlagen zu und verschwinden häufig wieder ins Ausland. In einem aktuellen Editorial der Schweizerischen Volkspartei warnt Nationalrat Roman Bürgi deshalb vor einer noch engeren Bindung seines Landes an die EU.
Bürgi verweist auf zwei spektakuläre Einbrüche in Waffengeschäfte. Im Muotathal verschwanden Unbekannte mit mehreren Schusswaffen. Wenige Wochen später wurde ein Geschäft in Sitten ausgeräumt. Die mutmaßlichen Täter flüchteten in einem Wagen mit französischen Kennzeichen. Erst eine Großfahndung mit Drohnen, Hundestaffeln und einem Super Puma der Schweizer Armee stoppte sie. Festgenommen wurden sieben französische Staatsbürger im Alter zwischen 16 und 31 Jahren.
Nach Angaben des SVP-Politikers hat die Polizei mittlerweile mehr als 360 sogenannte Soldaten französischer Banden identifiziert. Organisierte Netzwerke sollen vor allem junge Männer, darunter Minderjährige, für Einbrüche in der Schweiz anwerben, während die Hintermänner im Ausland bleiben. Das Risiko tragen Opfer, Polizei und Steuerzahler in der Schweiz.
Die SVP sieht einen entscheidenden Grund im Schengen-System. Tatsächlich bestätigt auch die offizielle Informationsseite des Bundes, dass Personenkontrollen an den Binnengrenzen grundsätzlich aufgehoben sind. Allerdings können sie bei einer schwerwiegenden Gefahr für die innere Sicherheit oder öffentliche Ordnung zeitlich begrenzt wieder eingeführt werden. Die zugespitzte Aussage, der Schweiz seien Grenzkontrollen vollständig verboten, greift daher zu kurz. Dauerhafte systematische Kontrollen sind im Schengen-Raum jedoch gerade nicht vorgesehen.
Besonders brisant ist der Streit vor dem Hintergrund der neuen Bilateralen III. Der Bundesrat hat das umfassende Vertragspaket im März 2026 an das Parlament überwiesen und wirbt mit Marktzugang, Forschung und wirtschaftlicher Stabilität. Er betont, dass die dynamische Rechtsübernahme nur bestimmte Binnenmarktabkommen betreffe. Die SVP hält dagegen: Mehr Bindung an EU-Recht bedeute weniger Spielraum bei Personenfreizügigkeit, Grenzschutz und nationalen Sicherheitsentscheidungen.
Aus Sicht der SVP zeigen die aufwendigen Fahndungen, dass das bestehende Sicherheitskonzept mobile Banden nicht zuverlässig stoppt. Die Partei warnt davor, wirtschaftliche Vorteile der EU-Verträge über Grenzschutz und staatliche Handlungsfähigkeit zu stellen.
Die SVP fordert deshalb eigenständige Grenzkontrollen, die konsequente Ausschaffung krimineller Ausländer und ein Nein zum Vertragspaket. Über dessen politische Zukunft entscheiden Parlament und möglicherweise die Schweizer Bevölkerung.






