Über 100 Anhörungen, Enquete-Kommissionen und Untersuchungsgremien – und trotzdem dreht sich die Corona-Aufarbeitung in Deutschland im Kreis. Der Wirtschaftsinformatiker und Datenanalyst Marcel Barz hat den Prozess von Anfang an beobachtet und zog am 27. März vor dem Brandenburger Landtag eine ernüchternde Bilanz, wie Kla.TV Infotakt berichtet.
Sein zentraler Befund: Das Meinungsspektrum reicht noch immer von „wir sind gut durch die Pandemie gekommen“ bis „alles war Fake, es sollten nur Impfstoffe verkauft werden“ – und es wird nicht schmaler. Jede Seite stützt sich auf Experten, Studien und Zahlen. Der Grund für diese Dauersackgasse, so Barz, ist methodischer Natur: Statt Primärquellen dominieren Sekundärquellen die Debatte – Talkshows, Modellrechnungen, politische Statements, Medienberichte.
Sein Rat an die Kommission war unmissverständlich: „Primärquellen! Primärquellen! Primärquellen! Das ist das Entscheidende.“ Gemeint sind Corona-Verordnungen im Wortlaut, RKI-Protokolle, Sterbedaten, Protokolle der Ministerpräsidenten-Konferenz (MPK). Doch genau dort beginnt das Problem: Das Protokoll der ersten MPK vom 12. März 2020 – dem Tag, an dem weitreichende Weichen gestellt wurden – hat Barz nach eigener Aussage bis heute nicht erhalten. Eine Aufarbeitung ohne diese Dokumente, so sein Fazit, ergibt schlicht keinen Sinn.
Die Frage, die sich daraus ergibt, ist keine akademische: Warum werden diese Primärquellen nicht herausgegeben? Was soll darin stehen, das sechs Jahre nach Ausbruch der Pandemie noch immer nicht ans Licht darf?
Parallel dazu steht die Frage nach den Impfschäden im Raum. Kla.TV-Gründer Ivo Sasek formulierte es beim internationalen Resonanztreffen vom 14. März 2026 so: Nicht die Detaildebatte über Wirksamkeit und Risiken einzelner Präparate führe weiter, sondern die eine, unbeantwortet gebliebene Grundfrage – warum die dokumentierten Millionen von Impfschäden nicht öffentlich untersucht werden. Warum Studien, die das belegen, systematisch ignoriert werden. Das sei die Frage, die im Raum bleiben müsse.
Solange Kommissionen ohne die entscheidenden Originaldokumente tagen und unbequeme Studienergebnisse in der Schublade verschwinden, ist „Aufarbeitung“ vor allem eines: ein Verwaltungsakt zur Beruhigung der Öffentlichkeit.






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