Ceuta: Meloni fordert Ausschluss Spaniens aus dem Schengenraum

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Nach dem massenhaften Grenzübertritt in Ceuta eskaliert der Streit nun auf europäischer Ebene. Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni hat angekündigt, notfalls die Anwendung des Schengen-Abkommens gegenüber Spanien auszusetzen. Gleichzeitig entsendet Madrid Soldaten in die spanische Exklave, nachdem die Guardia Civil den Zusammenbruch der Grenzkontrolle gemeldet hatte.

Wie Associated Press berichtet, sollen die Streitkräfte der Guardia Civil helfen, die Sicherheit in Ceuta wiederherzustellen. Tausende Menschen waren aus Marokko über die Grenzanlagen und entlang der Küste in das spanische Gebiet gelangt. Mindestens neun Menschen kamen nach offiziellen Angaben ums Leben. Die Behörden konnten zunächst nicht einmal verlässlich beziffern, wie viele Personen die Grenze überwunden hatten.

F-News hatte bereits am Donnerstag über den Migrantenansturm auf Ceuta und die möglichen Folgen für Deutschland berichtet. Inzwischen ist aus der lokalen Krise ein offener Konflikt zwischen Rom und Madrid geworden. Meloni erklärte laut Cadena SER, Italien werde angesichts unkontrollierter illegaler Migration „keinen Millimeter“ zurückweichen. Zu den möglichen außergewöhnlichen Maßnahmen gehöre eine Aussetzung Schengens gegenüber Spanien.

Ein formaler Ausschluss Spaniens aus dem gesamten Schengenraum wäre das allerdings nicht. Praktisch könnte Italien vorübergehend wieder Grenzkontrollen für Reisende aus Spanien einführen. Weil beide Länder keine gemeinsame Landgrenze haben, beträfe das vor allem Flughäfen, Fährverbindungen und Häfen. Reisende müssten wieder Ausweise oder Pässe vorzeigen, mit Wartezeiten und zusätzlichen Kontrollen rechnen. Auch Fluggesellschaften und Transportunternehmen würden belastet.

Spanische Bürger verlören dadurch weder ihre EU-Bürgerschaft noch grundsätzlich ihr Recht, sich in Italien aufzuhalten oder dort zu arbeiten. Der Kern der Drohung lautet vielmehr: Italien will Spanien nicht länger vertrauen, seine Außengrenze zuverlässig zu schützen, und deshalb die kontrollfreie Einreise aus Spanien beenden. Politisch wäre das ein schwerer Schlag gegen Madrid und ein unübersehbares Misstrauensvotum innerhalb der EU.

Besonders brisant ist, dass Ceuta und Melilla schon heute einem Sonderregime unterliegen. Bei der Weiterreise von Ceuta auf das spanische Festland beziehungsweise in den übrigen Schengenraum finden Kontrollen statt. Die Bilder aus Ceuta zeigen dennoch, wie schnell ein massenhafter Grenzübertritt eine ganze Stadt überfordern und anschließend Druck auf das europäische System erzeugen kann.

Nigel Farage reagierte auf X mit einem Video auf die „viralen Aufnahmen von der marokkanischen Grenze“. Seine knappe Botschaft: „Es ist Zeit, alle aufzuwecken.“ Damit stellt er die Ereignisse nicht als isoliertes spanisches Problem dar, sondern als Warnung an ganz Europa. Schon Spaniens Entscheidung, mehr als 500.000 bislang irregulär im Land lebende Migranten zu legalisieren, hatte europaweit Kritik ausgelöst. F-News berichtete über die Folgen dieser spanischen Massenlegalisierung für den übrigen Schengenraum.

Madrid betont, die Neuankömmlinge könnten von dieser Regelung nicht profitieren, weil dafür ein Aufenthalt in Spanien vor dem 1. Januar 2026 nachgewiesen werden müsse. Das ändert nichts am politischen Schaden. Wenn ein Schengenstaat Soldaten benötigt, um seine Grenze zurückzugewinnen, und ein anderer Schengenstaat deshalb wieder Kontrollen gegen ihn erwägt, ist das Versprechen von offenen Binnengrenzen an seiner entscheidenden Voraussetzung gescheitert: einer geschützten Außengrenze.

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