Laut buten un binnen will der Bremer Senat am Dienstag eine KI-Strategie für die gesamte Landesverwaltung durchwinken: 39 Projekte, ein eigenes „KI-Kompetenzzentrum“ und die kühne Behauptung, Ämter und Behörden würden damit plötzlich schneller und bürgernäher. Schon in der Wohngeldstelle soll Software Anträge vorsortieren – natürlich nur „unterstützend“, die finalen Entscheidungen dürfe die KI ja nicht treffen, und die Daten blieben schön brav in Bremen. Wie glaubwürdig solche Garantien sind, sobald die Systeme erst einmal tief in den Verwaltungsalltag eingedrungen sind und niemand mehr den Algorithmus kontrollieren kann oder will, bleibt die übliche offene Frage.
Besonders bezeichnend ist der Riesenaufwand hinter dem Papier: Begleitet von der Uni Bremen sollen sich rund 18.000 Beschäftigte am Entstehungsprozess beteiligt haben. Eine ganze Armee von Beamten und Verwaltungsmitarbeitern wird also mobilisiert, um ein Konstrukt zu basteln, dessen konkreter Nutzen für den einzelnen Bürger vorerst reine Ankündigungspolitik bleibt.
Parallel präsentiert die CDU ihr eigenes Konzept und träumt laut von Bremen und Bremerhaven als „KI-Metropolen des Nordens“, verpflichtendem Informatikunterricht ab der fünften Klasse und autonomen Fahrzeugen, die den Bürgerpark bewässern sollen. Ob aus den 39 Projekten am Ende wirklich kürzere Wartezeiten und zügigere Bescheide entstehen oder lediglich neue Stellen im Kompetenzzentrum und noch mehr digitale Schattenverwaltung, wird sich zeigen – der Senat jedenfalls beschließt die Strategie am Dienstag formal. Die Bürger dürfen derweil weiter warten und hoffen, dass die KI diesmal nicht nur die nächste teure Selbstbeschäftigungsmaschine der Behörden wird.







