Die AfD-Fraktion macht Druck auf die Bundesregierung: In einem Antrag, der heute auf der Tagesordnung des Bundestages steht, fordert sie den sofortigen Wiedereinstieg in die Kernkraft — und beruft sich dabei ausgerechnet auf EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die beim Kernenergiegipfel in Paris am 9. März den deutschen Atomausstieg als „strategischen Fehler“ bezeichnete.
Der Antrag liest sich wie eine Generalabrechnung mit 15 Jahren Energiepolitik: Der nach Fukushima beschlossene Ausstieg sei „keineswegs irreversibel“ — und schuld an der heutigen Lage seien ohnehin vor allem CDU/CSU, SPD und Grüne gleichermaßen. Damit verteilt die AfD den Schwarzen Peter großzügig an alle anderen, um sich selbst als einzig konsequente Atomlobbyistin im Bundestag zu positionieren.
Konkret verlangt die Fraktion den sofortigen Stopp aller Rückbauarbeiten, die Wiederinbetriebnahme der drei zuletzt abgeschalteten Blöcke Emsland, Neckarwestheim II und Isar 2 sowie des Kraftwerks Brokdorf. Wo der Rückbau zu weit fortgeschritten ist, sollen neue Reaktortypen ran — etwa der Europäische Druckwasserreaktor EPR oder der amerikanische AP1000, wie er in Frankreich und Finnland betrieben wird.
Was der Antrag nicht beantwortet: Woher das nötige Fachpersonal, die Brennstoffversorgung und die politischen Mehrheiten kommen sollen. Die Reaktoren stehen teilweise zwar noch, aber der politische Wille für eine Kehrtwende ist bei den Brandmauerparteien nicht vorhanden.






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Ein Kommentar
Wind und Sonne sind umweltfreundlich, aber sie sind eben nicht konstant verfügbar. Ohne Speichertechnologien, die wir noch nicht in ausreichendem Maße haben, bleibt die Versorgung unzuverlässig. Und dann kommt noch das Problem mit der Flächeninanspruchnahme – riesige Windparks oder Solarfelder nehmen massiv Platz weg, und das ist auch nicht überall möglich oder gewollt. Außerdem wird bei der Herstellung von Solarmodulen und Windrädern eine Menge CO2 produziert – also sind sie nicht komplett klimaneutral, wie oft behauptet wird. Dazu kommen die seltenen Rohstoffe, die für diese Technologien gebraucht werden, und die teilweise problematischen Arbeitsbedingungen in den Abbauregionen. Alles in allem mag der grüne Traum schön klingen, aber wir müssen auch realistisch bleiben und die versteckten Kosten dieser Energien hinterfragen.