Rund 7.000 Menschen sind am Samstag zum sechsten Münchner Marsch für das Leben auf den Königsplatz gekommen – Familien, Priester, Ordensleute, Lebensrechtler aus dem ganzen Freistaat. Angemeldet waren 8.000 Teilnehmer, die Polizei sprach von 4.000 bis 4.500. Wie Die Tagespost berichtet, bezifferte der Veranstalter „Stimme der Stillen“ die Teilnehmerzahl auf 7.000 – eine Differenz, die wenig überrascht, wenn man weiß, wie Behörden solche Kundgebungen traditionsgemäß kleinzurechnen pflegen.
Um 13 Uhr eröffnete eine Kundgebung auf dem Königsplatz die Veranstaltung. Als Redner trat unter anderem der Publizist Mathias von Gersdorff auf, der in seiner Rede den Todeskatalog der schwarz-roten Bundesregierung sezierte: flächendeckende Abtreibungsversorgung auf Kassenkasse, die SPD-Forderung nach Streichung des §218 aus dem Strafgesetzbuch, staatliche Finanzierung internationaler Abtreibungsorganisationen. Dazu die Grünen, die kirchlichen Krankenhäusern die Verweigerung von Abtreibungen verbieten wollen und Abtreibung zur Pflichtausbildung für Ärzte machen möchten. Gersdorff nannte das ein Wort: „Suizidal.“ Der Staat strengt sich stärker an, Kinder zu töten, als sie auf die Welt zu bringen – in einem Land mit demografischer Dauerkrise, das beim letzten Rentengipfel nicht ein einziges Mal das Wort „Geburten“ in den Mund nahm, wie das Christliche Forum dokumentiert.
Auch die nigerianische Biomedizinerin und Lebensrechtsaktivistin Obianuju Ekeocha sprach – mit dem schlichten Appell: „Gebt nie auf.“ Weihbischof Josef Graf aus Regensburg und Münchens Innenstadtpfarrer Daniel Lerch waren ebenso unter den Teilnehmern wie Busgruppen aus Cham, Neumarkt, vom Chiemsee und aus der Ulmer Gegend. Organisationen wie 1000plus, Kaleb, ALfA und die Christdemokraten für das Leben informierten an Ständen.
Was dem friedlichen Zug durch die Münchner Innenstadt dann passierte, ist das gewohnte Bild: Auf der Schellingstraße blockierten Gegendemonstranten die Straße und hielten den Marsch 45 Minuten lang auf, zu mehr reichte der „Widerstand“ nicht. Der Zug wurde aufgeteilt. An den Straßenrändern und aus Fenstern riefen Gegner Beleidigungen. Gersdorff kommentierte das in seiner Rede trocken: Die öffentlich-rechtlichen Medien betrieben seit Jahren Hass und Hetze gegen Lebensrechtler – die Antifa-Blockierer seien nur deren logische Verlängerung auf der Straße.
Die Route führte vier Kilometer durch die Innenstadt, vorbei an der Ludwigskirche und dem Siegestor, zurück zum Königsplatz. Weihbischof Graf schloss die Veranstaltung gegen 16.30 Uhr mit einem Segen. Die nächsten Termine: 25. April 2026 in Salzburg, 19. September 2026 in Berlin und Köln, und München wieder am 10. April 2027.






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