VW-Werke an Peking verscherbeln? Niedersachsens Premier hat einen Vorschlag

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Volkswagen steckt tief in der Krise – und der Ministerpräsident von Niedersachsen denkt laut darüber nach, leerstehende deutsche Automobilwerke an chinesische Hersteller zu übergeben. Olaf Lies, der im VW-Aufsichtsrat das Land Niedersachsen mit 20 Prozent der Stimmrechte vertritt, forderte laut Automobil Industrie eine offene Prüfung, ob nicht ausgelastete Werke – etwa in Osnabrück – chinesischen Autobauern angeboten werden sollten. Die Logik dahinter: Irgendwer muss die Jobs retten, und wenn VW es nicht kann, soll es eben BYD oder ein anderer Staatskonzern aus der Volksrepublik richten.

Der Hintergrund ist verheerend genug. Der VW-Konzerngewinn nach Steuern ist 2025 um rund 44 Prozent eingebrochen – von 12,4 Milliarden auf 6,9 Milliarden Euro. Bis 2030 sollen konzernweit 50.000 Arbeitsplätze in Deutschland wegfallen. Das Osnabrücker Werk, das bislang den T-Roc Cabrio produziert, läuft Mitte 2027 aus. Was danach kommt, hat VW selbst noch nicht beantwortet.

Laut Reuters zeigen große chinesische Marken Interesse daran, einige der unterausgelasteten deutschen VW-Fabriken zu übernehmen – unter anderem, um die EU-Strafzölle auf in China produzierte Elektroautos zu umgehen, die in manchen Fällen bis zu 35,3 Prozent betragen. VW-Chef Oliver Blume bestätigte entsprechende Gespräche, betonte jedoch, dass noch keine konkreten Entscheidungen getroffen wurden.

Was nach pragmatischer Rettungsstrategie klingt, ist in Wahrheit eine industriepolitische Kapitulationserklärung. Deutschland hat jahrzehntelang Technologie, Know-how und Marktanteile nach China transferiert – im stillen Einverständnis mit der Politik. Wie Experten es formulieren: China bekam Markt gegen Know-how. Das Know-how haben sie jetzt – den Markt brauchen sie für ausländische Hersteller nicht mehr. Jetzt sollen dieselben chinesischen Konzerne, die deutsche Hersteller vom Markt gedrängt haben, als Retter auftreten – in deutschen Werken, mit deutschen Arbeitern, unter chinesischem Kommando.

VW selbst hat in Hefei bereits eine vollständig chinesisch entwickelte und produzierte Modellreihe gestartet – zum ersten Mal in der 88-jährigen Konzerngeschichte außerhalb Deutschlands. Entwicklung, Produktion und Zulieferer: alles lokal, alles chinesisch. Der Konzern verlagert sich also gleichzeitig nach China und überlegt, chinesische Firmen nach Deutschland zu holen. Wer dabei am Ende das Steuer in der Hand hält, dürfte keine große Überraschung sein.

Die Gewerkschaft in Osnabrück reagierte vorsichtig: Eine Übernahme durch einen chinesischen Investor wäre denkbar – aber nur unter VW-Logo und nach VW-Standards. Das klingt nach einer Bedingung, die sich jeder Aufkäufer in der Not gefallen lässt, und nach Vertragsunterzeichnung neu interpretiert werden kann.

Was bleibt: Ein politisch-industrieller Komplex, der 30 Jahre lang auf China-Geschäfte gesetzt hat, jetzt die Zeche zahlt – und als Lösung ausgerechnet mehr China anbietet. Lies‘ Vorschlag ist nicht dreist. Er ist nur konsequent in seiner Hilflosigkeit.

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