Mit großem Tamtam hat Donald Trump seine neue Plattform „TrumpRx“ gestartet – eine staatlich inszenierte Medikamenten-Suchmaschine, die schon im Namen klarstellt, worum es geht: politische Selbstvermarktung. Wie sich Pharma Deutschland e.V. beklagt, sollen über TrumpRx.gov zunächst 40 Arzneimittel günstiger angeboten werden. Weitere sollen folgen. Grundlage ist das „Most Favored Nation“-Prinzip – die USA orientieren sich bei den Preisen unter anderem an Deutschland.

Dass ein amtierender Präsident eine gesundheitspolitische Maßnahme mit seinem eigenen Namen brandet, ist mehr als nur Marketing. Es ist eine Machtdemonstration. Gesundheitspolitik wird zur persönlichen Bühne. Statt nüchtern über Marktstrukturen, Patentschutz und Preisbildung zu sprechen, setzt Washington auf Symbolpolitik mit globaler Signalwirkung.

Der Druck trifft Deutschland direkt. Die milliardenschwere Pharmaindustrie hierzulande hat sich auf ein stabiles System verlassen – und auf ein gewinnträchtiges US-Geschäft. Wenn deutsche Preise künftig als Referenz für den amerikanischen Markt dienen, geraten die Margen ins Wanken.

Doch die Empörung der Branche wirkt wenig glaubwürdig. Gerade in den vergangenen Jahren haben insbesondere Impfstoffhersteller im Zuge der Covid-Pandemie Milliardenumsätze erzielt. Staatliche Vorabkaufverträge, beschleunigte Zulassungen und massive öffentliche Fördergelder sorgten für Rekordgewinne. Während Lockdowns und Impfkampagnen politisch durchgesetzt wurden, klingelten bei einigen Konzernen die Kassen in nie dagewesener Höhe.

Und jetzt? Nun wird gewarnt, neue Medikamente könnten später oder gar nicht mehr nach Deutschland kommen, um US-Preise nicht zu gefährden. Ein bemerkenswert offenes Signal: Verfügbarkeit wird zur strategischen Variable im globalen Gewinnspiel.

Trump betreibt nationale Preispolitik mit internationaler Hebelwirkung – und die deutsche Pharmaindustrie zeigt, wie abhängig sie vom US-Markt ist. Am Ende stehen Patienten zwischen politischer Selbstdarstellung und Konzerninteressen. Vertrauen in Gesundheitspolitik entsteht so jedenfalls nicht.

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