Was lange undenkbar schien, ist Realität: Die FPÖ liegt laut einer aktuellen Umfrage erstmals in Wien auf Platz 1 – ausgerechnet in der traditionsreichen Sozialdemokraten-Hochburg. Würde heute der Nationalrat gewählt, kippt auch die Bundeshauptstadt ins Blaue, wie die Kronen Zeitung berichtet.
Die Freiheitlichen ließen keine Zeit verstreichen: Von EU-Abgeordnetem Harald Vilimsky bis zum Wiener FPÖ-Chef Dominik Nepp verbreiteten die Blauen die Nachricht sofort durch die sozialen Medien und deuteten das Ergebnis als Signal für einen politischen Stimmungsumschwung – und das zu Recht.
Pikant ist das Timing: Nur einen Tag zuvor hatte Bürgermeister Michael Ludwig beim Wiener SPÖ-Parteitag noch 92,3 Prozent der Delegiertenstimmen eingestrichen und sich feiern lassen. Wenige Stunden später holte die Umfrage die Partei auf den Boden der Tatsachen zurück.
SPÖ-Chef Andreas Babler, der am selben Parteitag noch vollmundig verkündete, die „Orbans und Kickls“ dieser Welt würden schreien, weil sie spürten, dass „ihre Zeit gekommen ist“ – verweigerte auf Nachfrage der Krone jeden Kommentar zur Umfrage. Kein Wort, kein Dementi, kein Plan. Schweigen als Strategie.
Ludwig gab sich nach außen hin unaufgeregt und verwies darauf, dass „derzeit keine Wahl“ sei und man am Wahltag sehen werde, wie die Bürger entschieden. Gleichzeitig fragte er rhetorisch, ob man viele Vorschläge der FPÖ kenne – womit er ungewollt ein Eigentor schoss: Offenbar reicht es den Wienern, dass die SPÖ seit Jahrzehnten das Sagen hat und das Ergebnis für sich spricht.
Die rote Wiener Festung bröckelt – und die Parteiführung hat darauf im Wesentlichen zwei Antworten: Schweigen und Schönreden.
Quelle: Kronen Zeitung






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