Die österreichische Bundesregierung hat ein neues Rentenmodell vorgestellt, das Menschen jenseits des gesetzlichen Pensionsalters finanziell belohnen soll, wenn sie weiterarbeiten. Das Paket umfasst Steuerfreibeträge, reduzierte Sozialabgaben und einen neu geschaffenen Arbeitsmarktfonds – Kosten laut Bundeskanzleramt: rund 470 Millionen Euro jährlich.
Kernstück ist ein steuerlicher Freibetrag von bis zu 15.000 Euro pro Jahr für alle, die trotz erreichtem Pensionsalter noch erwerbstätig sind oder den Rentenantritt freiwillig hinauszögern. Der Arbeitnehmeranteil zur Pensionsversicherung von 10,25 Prozent entfällt für diese Gruppe vollständig. Wer den Pensionsantritt aufschiebt, bekommt diesen Beitrag sogar aus Steuermitteln bezahlt. In Kraft tritt das Ganze am 1. Jänner 2027.
Aktuell arbeiten bereits rund 150.000 Österreicher nach dem offiziellen Rentenbeginn weiter. Die bisherige „besondere Höherversicherung“ wird abgeschafft. Die frei werdenden Mittel fließen in einen neuen „Arbeitsmarkt-Transformationsfonds“ beim AMS, der bis 2030 mit 160 Millionen Euro bestückt wird – für Qualifizierung rund um Digitalisierung, KI und Klimawandel.
Für ältere Beschäftigte stehen ab 2027 zusätzlich 100 Millionen Euro pro Jahr bereit, mit steigendem Volumen in den Folgejahren. Eine Evaluierung ist für 2030 geplant. Bei Frauen steigen die erforderlichen Versicherungsjahre für den Freibetrag jährlich an – bis 2033 auf das Niveau der Männer.
Was das Modell nicht beantwortet: warum viele ihr Pensionsalter kaum erwarten können. Körperlich belastende Berufe, Burnout, Gesundheitsprobleme – dafür gibt es hier keine Lösung. Die 150.000, die ohnehin freiwillig weiterarbeiten, haben sich vermutlich keine staatlichen Anreize gewünscht. Alle anderen dürfen sich fragen, ob ein Steuerfreibetrag wirklich Grund genug ist, den Ruhestand zu verschieben.






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