Kraftwerksstrategie: Gesetzentwurf „so schnell wie möglich“ – konkrete Antworten? Fehlanzeige

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Die Bundesregierung arbeitet an einem Gesetzentwurf für den Bau von zwölf Gigawatt neuer, steuerbarer Kraftwerkskapazitäten – doch wann dieser vorliegt, bleibt offen. Auf die Frage der Grünen-Fraktion, wann der Entwurf kommt, lautet die Antwort schlicht: „so schnell wie möglich.“ Das geht aus der Antwort der Bundesregierung (Drucksache 21/5276) auf eine Kleine Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen hervor.

Dabei hatte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) bereits im Januar 2026 eine Grundsatzeinigung mit der EU-Kommission verkündet – Kern: noch 2026 sollen zwölf Gigawatt neue Kapazität ausgeschrieben werden, Gaskraftwerke mit späterer Wasserstoff-Umrüstung inklusive. Was damals als großer Durchbruch präsentiert wurde, entpuppt sich in der parlamentarischen Nachschau als Ankündigung ohne gesetzlichen Unterbau. Der Gesetzentwurf wird „derzeit erarbeitet.“ Zeitplan: unklar.

Das Wirtschaftsministerium hat immerhin zwei Fachgespräche mit Branchenverbänden geführt – am 4. und 24. März 2026. Vorgestellt wurde dabei aber nicht etwa ein Entwurf, sondern lediglich die „konzeptionellen Überlegungen des BMWE.“ Die eigentliche Stakeholder-Beteiligung findet dann irgendwann „wie üblich im Rahmen der Länder- und Verbändeanhörung vor der Kabinettbefassung“ statt. Wann das Kabinett befasst wird? Unbekannt.

Besonders aufschlussreich sind die Antworten zu Fragen, die über den aktuellen Gesetzentwurf hinausgehen. Deutschland hat der EU-Kommission zugesagt, „mittelfristig“ einen umfassenden Kapazitätsmarkt einzuführen – beschlossen werden soll er 2027, in Kraft treten 2032. Auf die Frage, ob dieser Markt zentral, dezentral oder kombiniert ausgestaltet werden soll, antwortet die Regierung trocken: „Die Entscheidungsfindung ist noch nicht abgeschlossen.“ Beim Beratungsprojekt zur Ausgestaltung des Kapazitätsmechanismus läuft noch nicht mal die Vergabe: „Das Projekt befindet sich derzeit noch im Vergabeverfahren.“

Für Investoren, die sich an den für 2026 angekündigten Ausschreibungsrunden beteiligen wollen, gibt es keine vorläufigen Leitlinien zur Orientierung – das ist explizit nicht geplant. Maßgeblich sei der Gesetzestext, heißt es. Der allerdings noch nicht existiert.

Was bleibt, ist das vertraute Muster der deutschen Energiepolitik: große Ankündigungen, zähe Umsetzung, parlamentarische Anfragen als Spiegel der Ratlosigkeit. Reiche hat gegenüber Habeck wenig gewonnen außer neuem Briefpapier, die Kraftwerksfrage bleibt, was sie war: offen.

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Kommentare

2 Kommentare

  1. Dr.Faustus hat beschlossen und verkündet 👈

    Ja natürlich und das alles mit Geld was denen nicht gehört… labern, labern,labern, die Moral Apostel mit Aktien…. 🗡️🗡️🗡️🗡️🗡️🗡️🗡️🗡️🗡️🗡️🗡️🗡️🗡️🗡️🗡️🔨👹

  2. So etwas können die nicht! Ob Habeck oder Reiche sind vom gleichen Kaliber.
    Sie können nur schwafeln, sich ins rechte Licht setzen.
    Ansonsten hätten Sie was darauf, wäre sie in der Wirtschaft geblieben, aber so vom Steuerzahler Leben lebt‘s sich leichter so als Bundesministerin. Wenn sie geht oder gehen muss gibt es noch ein hübschen Bonus dazu. Dank aller Steuerzahler in den ach so tollen Land. Da man sich tatsächlich was hier eigentlich so toll ist. Aber das ist wohl ein ganz anderes Thema.