Japans oberster Kabinettssekretär Minoru Kihara hat öffentlich bestätigt, dass die japanische Regierung die kürzlich vom US-Verteidigungsministerium freigegebenen UAP-Aufnahmen — darunter Sichtungen in japanischen Gewässern — aktiv analysiert, wie die Japan Times berichtet. Kihara erklärte auf einer regulären Pressekonferenz, die japanische Regierung sammle und analysiere Informationen zu UAPs „mit großem Interesse“ und stehe dabei in engem Austausch mit den USA und anderen Ländern. Auf die Frage, ob Japan eigene UAP-Akten offenlegen werde, antwortete er, die Regierung werde „von Fall zu Fall spezifische Entscheidungen treffen, unter umfassender Berücksichtigung verschiedener Faktoren — einschließlich des Risikos, nachrichtendienstliche Fähigkeiten preiszugeben.“
Der Anlass für Kiharas Stellungnahme: Das US-Verteidigungsministerium veröffentlichte am 8. Mai 2026 im Rahmen des Presidential Unsealing and Reporting System for UAP Encounters (PURSUE) eine erste Charge von über 160 bislang geheimen UAP-Akten. Darunter befinden sich auch Aufnahmen aus dem Indo-Pazifik — ein Bild aus dem Jahr 2024 zeigt ein fußballförmiges Objekt in japanischen Gewässern, gemeldet vom US-Indopazifik-Kommando.
Verteidigungsminister Pete Hegseth sprach von einem „beispiellosen Transparenzakt“ — wobei die Formulierung etwas an Glanz verliert, wenn man bedenkt, dass weite Teile der Dokumente geschwärzt sind, manche Seiten vollständig, und Kritiker wie der frühere AARO-Chef Sean Kirkpatrick bereits warnen, die Freigabe werde ohne Analyse und Kontext vor allem Spekulation befeuern.
Japan ist kein unbeschriebenes Blatt in dieser Frage. Eine parteiübergreifende Parlamentariergruppe unter dem früheren Verteidigungsminister Yasukazu Hamada überreichte dem Verteidigungsministerium bereits im Mai 2025 einen formellen Vorschlag zur Einrichtung einer spezialisierten UAP-Abteilung, die Daten erfassen, analysieren und dem Parlament regelmäßig Bericht erstatten soll. In der Gründungserklärung der Gruppe heißt es, UAPs könnten Waffen oder Spionagedrohnen mit unbekannter Spitzentechnologie sein — und damit eine ernsthafte Bedrohung der nationalen Sicherheit darstellen.
Damit reiht sich Japan hinter den USA als zweite große Industrienation ein, die das Thema offiziell aus dem Reich der Spinnereien in den Bereich der Sicherheitspolitik überführt. Tokio will eigene Daten zwar nur „fallweise“ und unter Geheimdienstschutz herausgeben — aber immerhin gibt es nun offiziell Daten, die es herauszugeben gäbe. Das allein ist eine Aussage.
Quellen:
- Japan Times: Tokyo analyzing Pentagon UFO file trove with sightings near Japan
- ABC News: Pentagon releases declassified UFO files from various federal agencies
- The War Zone: The Newly Released Government UFO Archives Will Leave You Shrugging
- Stars and Stripes: Pentagon publishes first batch of declassified UFO files under new program
- South China Morning Post: Japan sets up parliamentary group to probe UFO sightings






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