Wie eXXpress berichtet, soll es auf dem Grillplatz Steinbruchwiese im Ottakringer Wald in Wien zu einem handfesten Kulturkonflikt gekommen sein. Eine österreichische Gruppe wollte dort demnach Schweinefleisch grillen. Muslimische Familien sollen sich daran gestört und die Österreicher schließlich vom Grillplatz vertrieben haben.
Es geht nicht um einen privaten Garten, nicht um eine religiöse Einrichtung und nicht um eine geschlossene Veranstaltung, sondern um einen öffentlichen Grillplatz. Wer einen solchen Raum nutzt, muss damit rechnen, dass andere Menschen dort anderes essen, anders leben und andere Gewohnheiten haben.
Laut dem Bericht fiel dabei auch der Satz: „Du nix grillen Schwein“. Ob der Vorfall behördlich weiter verfolgt wird, bleibt zunächst offen. Politisch ist der Fall dennoch mehr als eine Randnotiz, weil er zeigt, wie schnell aus Alltagskultur ein Streit um Deutungshoheit im öffentlichen Raum werden kann.
Öffentliche Plätze funktionieren nur, wenn die Regeln des Gemeinwesens gelten und nicht die Empfindlichkeiten einzelner Gruppen. Wer kein Schweinefleisch essen will, muss das selbstverständlich nicht tun. Daraus folgt aber kein Anspruch, anderen Bürgern das Grillgut oder die Nutzung eines Platzes vorzuschreiben.
Gerade deshalb braucht es klare Grenzen. Toleranz bedeutet nicht, dass die Mehrheitsgesellschaft ihre Gewohnheiten aus Rücksicht auf jeden religiösen Einwand still räumt. Wenn aus einem Grillabend ein Verdrängungskonflikt wird, ist das kein harmloser Nachbarschaftsstreit mehr, sondern ein Symptom für eine Politik, die kulturelle Spannungen zu lange schöngeredet hat.






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