Seit gut einem Jahr treiben Unbekannte ihr makabres Unwesen auf Friedhöfen in Niederösterreich — auf der Suche nach Goldzähnen schänden sie Gräber und Gruften, schneiden Blechsärge auf und entwenden teilweise ganze Unterkiefer. Bereits 13 Begräbnisstätten wurden heimgesucht, wie die Kronen Zeitung berichtet — und ein Ende ist nicht in Sicht.
Jüngst schlugen die Täter in Pottendorf, Wampersdorf und Leobersdorf zu. Pottendorfs Bürgermeister Thomas Sabbata-Valteiner bestätigt: Aktuell seien zwölf Gräber betroffen, erste Anzeigen gingen am 16. April ein. Zwei Gruften wurden daraufhin im Auftrag der Angehörigen von Steinmetz und Polizei geöffnet — die Blechsärge waren im Kopfbereich gewaltsam aufgeschnitten worden.
Die Kosten für Sanierung und Umbettung der Verstorbenen tragen die Hinterbliebenen selbst. Ein zynisches Detail am Rande: Während die Täter für ein paar Gramm Gold ungestraft davonkommen, bleiben die Familien auf teuren Reparaturkosten sitzen.
Die Ermittler fahnden seit Monaten — bisher ohne greifbares Ergebnis. Spuren wurden gesichert und ausgewertet, Zeugenaufrufe blieben ergebnislos. Das Hauptproblem: Viele Graböffnungen werden erst Wochen oder Monate nach der Tat entdeckt. Dazu kommt die schiere Zahl möglicher Tatorte — Niederösterreich ist flächenmäßig das größte Bundesland Österreichs und hat entsprechend viele Friedhöfe.
Wer hinter der Serie steckt, ist weiterhin völlig unklar. Organisierter Bandendiebstahl oder Einzeltäter — die Polizei tappt im Dunkeln. Solange das so bleibt, ist keine Ruhestätte in der Region wirklich sicher.






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