Google durchsucht Ihre Festplatte – Chrome lädt 4 GB KI heimlich auf Ihr Gerät

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Google hat still und leise mehr als eine Milliarde Computer zu KI-Speichermedien umfunktioniert – darunter sehr wahrscheinlich auch Ihres. Ohne Nachfrage. Ohne Hinweis. Ohne einen einzigen Bestätigungsdialog. Wie der Datenschutzforscher Alexander Hanff auf ThatPrivacyGuy dokumentiert hat, lädt Google Chrome im Hintergrund automatisch ein rund 4 GB grosses KI-Modell auf Ihr Gerät – das Gemini Nano, Googles schlankes On-Device-Sprachmodell. Die Datei heisst weights.bin, liegt in einem Ordner namens OptGuideOnDeviceModel tief im Chrome-Benutzerprofil und wurde dort abgelegt, ohne dass der Nutzer etwas davon wissen musste.

Der Download erfolgt automatisch, sobald Chrome feststellt, dass die Hardware die Mindestanforderungen erfüllt – auf Windows, macOS und Ubuntu gleichermassen, wie gHacks bestätigt. Kein Popup, kein Hinweis, keine Wahlmöglichkeit. Und wer die Datei entdeckt und löscht, erlebt die nächste Überraschung: Chrome lädt sie beim nächsten Neustart kommentarlos wieder herunter.

Was das Modell überhaupt macht – und was nicht

Gemini Nano betreibt im Chrome-Browser Funktionen wie die Schreibhilfe „Help me write“ und eine On-Device-Betrugserkennungsfunktion (Scam Detection). Beides versteckt sich in Untermenüs, die die meisten Nutzer nie öffnen. Das eigentlich Absurde: Der gut sichtbare „AI Mode“-Knopf, den Chrome 147 prominent in der Adressleiste platziert, hat mit diesem lokalen Modell rein gar nichts zu tun. Er schickt jede Suchanfrage vollständig zu Googles Servern in die Cloud – das 4-GB-Modell auf der Festplatte bleibt dabei ungenutzt. Wer also glaubt, seine KI-Anfragen würden dank des lokalen Modells privat bleiben, liegt schlicht falsch.

Hanff nennt das einen gezielten Täuschungseffekt: Die Präsenz eines lokalen KI-Modells in Kombination mit einem „AI Mode“-Button verleitet Nutzer zur Annahme, ihre Daten würden das Gerät nicht verlassen. Das Gegenteil ist der Fall.

Mögliche EU-Rechtsverletzung und ökologische Kosten

Juristen und Datenschützer weisen auf Art. 5(3) der europäischen ePrivacy-Direktive hin, die ausdrücklich vorschreibt, dass Software nur mit Einwilligung der Nutzer auf deren Geräten gespeichert werden darf. Google besteht bislang darauf, mit der Installation von Gemini Nano beim erstmaligen Einrichten von Chrome implizit die Erlaubnis erhalten zu haben – eine Auslegung, die viele Experten als konstruiert betrachten. Malwarebytes weist darauf hin, dass ein 4-GB-Download für viele Nutzer – etwa auf Geräten mit 256-GB-SSD oder mit begrenztem Datenvolumen – alles andere als trivial ist.

Hanff geht noch weiter und schätzt den ökologischen Fussabdruck dieser Massenverteilung auf 6.000 bis 60.000 Tonnen CO₂-Äquivalent, wenn man den konzertierten Rollout auf Hunderten von Millionen Geräten hochrechnet – allein für die Übertragung, noch ohne die eigentliche Nutzung.

Google hat sich inzwischen in einer Stellungnahme gegenüber Android Authority geäussert und erklärt, das Modell werde automatisch deinstalliert, wenn der Gerätespeicher knapp wird. Zudem sei seit Februar 2026 eine Option in den Chrome-Einstellungen verfügbar, mit der das Modell vollständig deaktiviert werden könne. Diese Einstellung findet sich allerdings tief in Untermenüs – sie ist nicht gerade auf Auffindbarkeit ausgelegt.

So deaktivieren Sie das Modell dauerhaft

Wer Gemini Nano aus dem eigenen Chrome entfernen und nicht wieder auftauchen lassen will, geht so vor:

  1. chrome://flags in der Adressleiste aufrufen
  2. Nach „Optimization Guide On Device Model“ suchen
  3. Auf „Disabled“ setzen
  4. Chrome neu starten
  5. Den Ordner OptGuideOnDeviceModel im Chrome-Nutzerprofil manuell löschen

Alternativ: In den Chrome-Einstellungen unter Datenschutz und Sicherheit → KI das lokale Modell deaktivieren.

Google macht es einem nicht leicht. Aber das Modell landet eben auch ohne Erlaubnis auf dem Rechner – und das seit mindestens einem Jahr, wie Community-Berichte zeigen. Dass ein Konzern mit Milliarden von Nutzern so mit deren Speicherplatz und Daten umgeht, sagt viel darüber aus, was er von Einwilligung hält: nämlich nichts.


  1. ThatPrivacyGuy – Chrome Silent Nano Install
  2. Malwarebytes – Google Chrome’s silent 4GB AI download problem
  3. gHacks – Google Chrome silently downloading 4GB Gemini Nano
  4. Android Authority – The truth behind Chrome’s 4GB weights.bin file
  5. Tom’s Hardware – Chrome silently downloads 4GB AI model
  6. Pureinfotech – Stop Chrome from silently downloading Gemini Nano
Quelle des Wissens quelle-des-wissens.de
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Kommentare

Ein Kommentar

  1. Dr.Faustus hat beschlossen und verkündet 👈

    Ja,einer findet das immer raus und macht das Licht mit aus…. Frech von Google ….mit seiner CO2 Werbung….

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