Ursula von der Leyen will Europas Jugend vom Netz fernhalten — und sie will es schnell. Die EU-Kommissionspräsidentin kündigte in Kopenhagen an, die Europäische Union könnte noch in diesem Sommer ein australisches Modell einführen: kein Social Media für unter 16-Jährige, EU-weit, verbindlich.
Betroffen wären über 65 Millionen junge Menschen. TikTok, Instagram, YouTube, Snapchat — alles gesperrt, solange ein EU-Expertengremium für Online-Sicherheit seine Empfehlungen noch nicht mal fertig formuliert hat. Von der Leyen nennt das einen „Social-Media-Aufschub“. Kritiker werden es anders nennen.
Die Argumentation ist bekannt: Kindheit sei eine „verletzliche Phase“, die Technologie forme die Entwicklung Jugendlicher zu schnell. Australien hat vorgemacht, wie man das reguliert — Brüssel will nachziehen. Frankreich hat im März bereits Unter-15-Jährigen den Zugang zu TikTok, YouTube, Snapchat und Facebook verboten.
Was dabei kaum erwähnt wird: Das Vorhaben könnte direkt in einen Handelskonflikt mit Washington münden. Die Trump-Regierung hat bereits klargemacht, dass digitale Regulierungen gegen US-Technologiekonzerne als Diskriminierung amerikanischer Industrie gewertet werden — mit Strafzöllen als Antwort.
Die eigentliche Frage stellt niemand laut: Wer kontrolliert die Altersverifikation? Wer bekommt Zugriff auf die Daten, die für eine solche Kontrolle nötig sind? Ein Verbot ohne Überprüfung ist zahnlos. Eine Überprüfung ohne Datenschutz ist ein Überwachungssystem.
Von der Leyen sagt, sie schütze die Kinder. Die Infrastruktur, die dafür gebaut werden muss, schützt vor allem eines: den Zugriff des Staates auf die digitale Identität seiner Bürger — schon ab der Geburt.






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