Erich von Däniken ist tot. Am 10. Januar 2026 starb der weltbekannte Schweizer Autor, Forscher und Vordenker der Prä-Astronautik im Alter von 90 Jahren. Mit ihm verliert die Welt einen der unbeirrbarsten Fragesteller unserer Zeit – einen Mann, der es wagte, die scheinbar festgefügten Deutungen der Menschheitsgeschichte infrage zu stellen und dafür jahrzehntelang angefeindet wurde .
Geboren 1935 im schweizerischen Zofingen, wuchs von Däniken in Schaffhausen auf. Schon früh prägten ihn eine humanistische Ausbildung, intensive Beschäftigung mit Philosophie, Archäologie und Religion sowie ein ausgeprägter Zweifel an überlieferten Dogmen. Besonders biblische Texte erschienen ihm widersprüchlich: Berichte über „Götter“, die mit technischen Details beschrieben werden, passten für ihn nicht zu einem allmächtigen, jenseitigen Schöpfer. Für von Däniken war klar: Glaube darf niemals Ersatz für Denken sein.
In den 1960er-Jahren formulierte er jene These, die ihn weltberühmt machen sollte: Die „Götter“ der Antike könnten Besucher aus dem All gewesen sein, deren überlegene Technologie von frühen Kulturen als göttlich interpretiert wurde. Er sammelte Indizien aus Mythen, archäologischen Funden und ethnologischen Überlieferungen, reiste um die Welt und dokumentierte akribisch all das, was nicht in das offizielle Geschichtsbild passen wollte.
1968 erschien sein erstes Buch „Erinnerungen an die Zukunft“ – ein Paukenschlag. Das Werk wurde zu einem der einflussreichsten Sachbücher des 20. Jahrhunderts, millionenfach verkauft, in Dutzende Sprachen übersetzt und verfilmt. International bekannt unter dem Titel „Chariots of the Gods“ löste es eine weltweite Debatte aus. Die New York Times sprach von „Dänikenitis“. Für viele war es ein intellektiver Befreiungsschlag, für andere eine Provokation.
Kritik, Spott und bewusste Verzerrungen seiner Aussagen begleiteten ihn von Beginn an. Von Däniken stellte immer wieder klar, was er nicht behauptete: Er habe nie gesagt, Außerirdische hätten die Pyramiden gebaut oder die Nazca-Linien seien Landebahnen gewesen. Ihm ging es um Denkanstöße, nicht um Gewissheiten. Er selbst betonte offen, keinen endgültigen Beweis zu besitzen – wohl aber eine Fülle von überprüfbaren Indizien, die eine ernsthafte Diskussion verdienen .
Trotz aller Anfeindungen blieb er seiner Linie treu. Insgesamt veröffentlichte er 49 Bücher, dazu Jugendbücher, Romane, Filme und Dokumentationen. Seine Werke erreichten eine geschätzte Gesamtauflage von rund 80 Millionen Exemplaren. Er hielt weltweit Vorträge, diskutierte an Hochschulen und prägte mit seinen Ideen ganze Generationen von Forschern, Autoren und Filmemachern. Die US-Serie Ancient Aliens basiert maßgeblich auf seinen Ansätzen.
Doch von Däniken wollte nie ein Guru sein. Er warnte ausdrücklich davor, aus der Prä-Astronautik eine Ersatzreligion zu machen. Seine Botschaft war klar: Die Frage nach außerirdischer Intelligenz gehört in die sachliche, wissenschaftliche Debatte – ohne Glauben, ohne Kult, ohne Denkverbote. 1998 gründete er die Forschungsgesellschaft für Archäologie, Astronautik und SETI (A.A.S.), um diese offene Diskussion institutionell weiterzuführen.
Privat galt Erich von Däniken als bodenständig und bescheiden. Er war 65 Jahre verheiratet, Vater, Großvater und Urgroßvater. Luxus war ihm fremd. Lieber investierte er Zeit, Geld und Energie in Forschung, Reisen und Projekte. Bis ins hohe Alter war er aktiv, hielt Vorträge, begleitete Studienreisen und veröffentlichte 2024 mit „Notizen aus meinem Leben“ sein letztes Buch.
Erich von Däniken war unbequem, streitbar, leidenschaftlich – und genau deshalb so bedeutend. Er erinnerte daran, dass Fortschritt nicht aus Konformität entsteht, sondern aus Zweifel. Dass Fantasie kein Feind der Wissenschaft ist, sondern ihr Motor. Und dass es gefährlich sein kann, Fragen zu verbieten.
Die Rätsel, die er aufwarf, bleiben bestehen. Sein Werk bleibt. Und sein Vermächtnis ebenso: Nutzt euren Verstand. Denkt weiter. Und habt den Mut, auch das Undenkbare zu denken.



Schreibe einen Kommentar